Menschen kamen und gingen vorüber, hinter sich hörte Eva ein leises Kichern, und dann blieb ein alter Herr vor ihr stehen und sagte gutmütig: „Die beiden da sind recht müde.“

Eva erschrak und sah sich um. Neben ihr lagen die Sternbübles und — schliefen. Mathes saß noch halb, aber Peter hatte sich auf der Polsterbank ausgestreckt, und ein Bein baumelte herab.

„Aber Jungen!“ Eva zupfte die beiden verlegen an ihren Kitteln. „Steht auf!“ flüsterte sie ihnen zu, aber ihre sanfte Mahnung half gar nichts, die beiden schliefen vergnügt weiter.

„Die müssen kräftiger geweckt werden,“ sagte der alte Herr, und er beugte sich selbst zu Mathes herab, schüttelte ihn tüchtig und rief ihm halblaut ins Ohr: „Wach auf!“

Ein paar Backfische, die zusahen, lachten hell auf, und von der fremden Stimme und dem Lachen erwachten die Buben. Peter, der meinte, in seinem Bett zu liegen, wollte sich umdrehen und kollerte dabei auf den Boden. Es gab einen dumpfen Fall, und ein Aufseher eilte erschrocken herbei. „Herrjeses, nee!“ rief der, „man kugelt sich doch hier niche auf dem Boden herum, so was, das schickt sich doch nich!“

„Sie sind müde,“ riefen die Backfische mitleidig.

Eva von Ringewald war so verlegen geworden, als wäre sie selbst hingefallen. Als nun aber die Buben wieder auf ihren Beinen standen und sich noch verschlafen und grenzenlos erstaunt umsahen und das Lachen ringsum lauter wurde, seufzte sie tief. Es war doch recht schwer, den Sternbuben die große Stadt zu zeigen. „Kommt heim,“ murmelte sie und zog die beiden rasch mit sich fort dem Ausgang zu. Die beiden folgten halb im Traum, und erst als sie draußen standen im Sonnenlicht, wurden sie wieder munter.

Vor ihnen lag der weite, schöne Platz im hellen Glanz. Der Springbrunnen rauschte, seine Wasserstrahlen glitzerten in der Sonne, über den Platz liefen viele Leute, die Wagen rollten, die Klingeln der elektrischen Bahnen schrillten, es war schon ein Leben und Getöse, von dem ein paar Kleinstadtbuben müde werden konnten.

Eva überlegte sich das gerade, als Mathes sie sacht am Kleid zog. „Jetzt bist du wohl bös, Tante?“ flüsterte er bedrückt.

„Ich konnt’ doch net dafür!“ klagte Peter auf der andern Seite.