Es regnete! Plitsch platsch! tropfte es draußen, grau der Himmel, naß die Straße. Die Buben starrten ganz verdutzt hinaus. Auf Regenwetter hatten sie nicht gerechnet. Sie hatten den Sonnenschein hingenommen, als müßte es so sein; der Gedanke, es könnte ein solcher Regentag kommen, der hatte ihnen himmelfern gelegen.

„Vielleicht hört’s auf,“ sagte Mathes.

„Und wir können doch auf die Messe gehen!“ Peter erriet des Bruders Gedanken, denn auch er hatte an die Messe gedacht. Hulda hatte nämlich gestern gesagt: „Am Sonntag ist es am allerfeinsten auf der Messe.“ Und nun hofften beide, Hulda würde mit ihnen gehen.

Doch als Hulda in das Zimmer kam, sah sie gar nicht aus, als hätte sie Lust dazu. Sie machte ein höchst verdrießliches Gesicht und brummte: „Es regnet.“

„Es hört sicher bald auf,“ antwortete Peter hoffnungsvoll.

„I nä, das hört nicht auf! Wenn’s so träscht, dann dauert’s immer ’n paar Tage.“

Das war keine schöne Aussicht. Aber das Regenwetter war es nicht allein, was Hulda die Laune verdorben hatte. Herr Buchner kam heute zum Mittagessen. Und obgleich sie sich vorgenommen hatte, ihn niemals mehr Herr Brummerjan zu nennen, sagte sie doch zu den Buben: „Herr Brummerjan kommt heute, da nehmt euch nur zusammen, mit dem ist nicht gut Kirschen essen!“

„Wir besuchen dich in der Küche,“ riefen die Buben etwas kleinlaut, denn ihre Freude über diesen Sonntagsbesuch war nicht groß.

„Nä, gibt’s nich! Bleibt ihr heute nur oben! Wenn heute was am Essen nicht gerät, denkt meine liebe Frau gar, ich hätt’s absichtlich gemacht. Heute muß ich meinen Kopf zusammennehmen. Und nachmittag geh ich zu meiner Schwester.“

„Net auf die Messe?“ fragte Peter enttäuscht.