„Bewahre, bei dem Wetter doch nicht! Heute heißt’s zu Hause bleiben.“

Dies sagte ein Weilchen später auch Tante Eva. Und weil sie selbst allerlei zu tun hatte, riet sie den Gästen: „Spielt recht fein! Ihr dürft auch den Spielschrank ganz und gar ausräumen.“

Für Ausräumen nun waren die Buben mehr eingenommen als für Einräumen. Sie ließen auch wirklich kein Stück im Schrank, sie spielten dies und das, und zuletzt entdeckten sie noch einen kleinen Tuschkasten und ein Bilderheft dazu. Ausmalen liebten Mathes und Peter sehr. Namentlich Peter setzte gern die Farben recht kunterbunt durcheinander, und eine rosenrote Kuh oder ein himmelblaues Schaf waren bei ihm nichts Seltenes. Sie räumten schnell den Tisch ab und begannen zu malen. „Das feinste Blättle kriegt Tante Eva,“ sagten sie zueinander, aber auch für Hulda suchten sie ein Bild aus, und Peter malte einen zitronengelben Hirtenjungen, der zuletzt aussah wie ein Papagei.

Draußen schrillte ein paarmal die Klingel, Stimmen ertönten und Schritte. Die beiden achteten nicht darauf. Sie erschraken daher sehr, als Ida die Türe aufriß und ihnen zurief: „Schnell, schnell, ihr sollt mal vor ins Gartenzimmer kommen!“

Klapp! schlug Ida die Türe wieder zu. Es hatte draußen wieder geklingelt, darüber vergaß sie zu sagen, was Fräulein Eva ihr aufgetragen hatte.

Schnell sollten sie kommen! Die Sternbübles ließen Bilder, Farben, Pinsel, alles liegen und rannten hinaus. Schnell kommen hieß rennen, hieß die Türen kräftig zuschlagen und ordentlich trapsen. Wie der Sturmwind kamen sie beide ins Gartenzimmer hinein, aber sie blieben erschrocken an der Türe stehen, denn das Zimmer war voll fremder Menschen.

Da saßen ein paar Damen, da saß auch Herr Brummerjan.

„Kommt nur näher!“ sagte Frau von Ringewald. Und Ida, die hinter beiden die Türe öffnete, schob sie vor. „Geht nur, geht!“ mahnte sie.

„Jungen, was habt ihr gemacht!“ rief Eva tief erschrocken.

In diesem Augenblick sahen sich die Buben selbst in einem großen, der Türe gegenüberhängenden Spiegel. Jemine, was war das!