Die Rabeneltern! – Der Mann zog die Augen finster zusammen. »Gehört ihr zu denen?«
Anthoine schüttelte den Kopf. »Nach Pösen,« stammelte er.
»Die Rabenmutter sagt, sie hat uns lieb.« Louison schrie das Wort heraus in ihrer herzbeklemmenden Angst.
Der Reiter nickte ihr ganz freundlich zu. »Da muß ich euch wohl zu ihnen bringen,« sagte er. »Komm, sitz auf!«
Ein geller, dreistimmiger Angstschrei ertönte, aber da saß Louison schon auf dem Pferd. Noch ein Griff und Jeannettchen klammerte sich an die Schwester an.
»Nicht wegnehmen,« schrie Anthoine und hing sich halbtot vor Angst an das Sattelzeug des Reiters.
»Schrei nicht, Bube,« sagte der. »Ich tu euch nichts. Wart, ich steig ab, da kannst du aufsitzen, ich führe das Pferd!«
Wieder war in Stimme und Wort ein gutes Klingen, und Anthoine verstummte. Auch die Schwestern schwiegen, als der Bruder so ganz behaglich neben sie gesetzt wurde. Da hockten sie alle drei auf dem Pferd. Der fremde Mann ging neben ihnen, er fragte dies und das, es klang den Kindern wie ein Märchen, sie hörten Namen, die sie noch nie gehört hatten. »Wißt ihr, ob Kunoldts Liese noch in Jägerndorf lebt?« fragte der Fremde.
Die Kinder machten runde Augen. Der Bube flüsterte scheu: »Da steht doch nichts mehr!«