»Der Herr Magister sagt, es wäre die schönste Zeit zum Heimkommen, wenn noch die Sonne schiene und schon der Abend seine Schwingen auszubreiten beginne.« Jeannettchens Stimme war weich wie der Abendwind.

»Der Herr Magister ist, denk ich mir, ein Dichter,« brummelte Nikolaus. »Er sagt manchmal was, das ich halt nit verstehe, ganz wunderlich klingt's.«

»Mit dem Heimkommen hat er recht. Ich komme auch einmal um diese Zeit heim, wenn ich erst draußen in der Fremde gewesen bin. Gelle, Frau Mutter, und Ihr wartet dann auch hier auf mich?«

»Möchtest du so gern in die Welt hinaus?«

»Ja, Frau Mutter. Hinaus, mich ordentlich draußen tummeln und heimkehren!«

»Aber Anthoine, fort aus unserem schönen Tal!« rief Jeannettchen empört.

»Ein Mann muß die Welt sehen, gelle, Niklas?« Anthoine krauste die Stirn.

»Freilich doch, gut ist's. Ich hab' freilich gar zu viel gesehen, könnte manches missen. Aber wenn der Junker Anton Kriegsdienste nimmt, dann geh ich noch mal mit. Ja, das tu ich, da hält mich nichts nit von ab.«

Anthoine sah einen Leidzug über das Gesicht der Mutter wehen und er rief rasch: »Doch mit dem Hinausziehen hat's noch gute Weile.«

»Ich schätze, lang währt's nit mehr.« Der Bauer horchte scharf in die Ferne. »Und jetzt kommt der gnädige Herr geritten.«