Da sagte eine seltsam vertraute Stimme: »Ich bringe Botschaft von –«

»Louison!«

Bruder und Schwester standen sich gegenüber. Aber nicht mehr die schöne Louison in hoher Fontange mit Mouches auf Wangen und Kinn, ein blasser, schlanker Knabe mit Augen, aus denen tiefer Schmerz redete, stand vor Anthoine.

»Ich bin geflohen!« –

»Mein Himmel, warum? Und allein?«

Da sagte Louison de St. Laurent dem Bruder, daß ihr Gatte ein Spion sei. »Er reist nach Wien,« berichtete sie, »dort will er Verräter werben, Wien in des Sultans Hände spielen. Der Türken Unterhändler, oh über diese Schmach! Der alte Julien hat mir zur Flucht geholfen, er ist nach Köln zu seiner Tochter gezogen.«

»Und jetzt?«

»Ich zieh mit dir – meinetwegen auch nach Wien. Wohin sollte ich sonst? Heim kann ich nicht, ich muß mich verbergen, wenn man mich findet, steckt man mich in ein Kloster.«

»In ein Kloster?«