Ein Tag im September ging dahin, noch einer, wieder einer, die Angst wuchs und wuchs, und die Not dazu.

Wieder ein Tag vorbei, noch einer.

Am 10. September flog die Burgbastei in die Luft.

In der Nacht stiegen vom Stephansturm Raketen zum Nachthimmel empor. Ein letzter Ruf an die Truppen draußen: Helft uns! Der Graf von Starhemberg verlor den Mut nicht.

An diesem Abend aßen Frau Reindl und Louison den letzten Bissen Brot. Leer die Schränke, die Bäcker hatten kein Brot mehr. Hunger lief durch die Stadt. Die beiden Frauen kauerten zusammen in einem Stubenwinkel, hörten das immer lautere Schießen und bangten um die Freunde, die draußen im Kampfe standen.

Der elfte September verging; die Not wuchs.

Am zwölften September schwoll das Geschützfeuer mehr und mehr an, um Wien tobte eine ungeheure Schlacht.

Anthoine und Adrian waren nicht heimgekommen, wo waren sie? Lebten sie noch?

Und am Abend Lärm und Geschrei auf den Gassen, aber kein Jammerrufen, Siegesfreude. Wien befreit! Gott sei gelobt!