Und dann taumelte er, schwankte, und Nikolaus hielt ihn auf einmal im Arm und sah, daß der Waffenrock mit Blut vollgesogen war.

»Niklas, du!« ächzte Anthoine, dem eine Erinnerung kam. Er klammerte sich an den alten Freund. »Du – Louison!« Seine Stimme kreischte: »Louison!«

»Heiliges Kreuzwetter, wo ist unser Fräulein Louison?«

Anthoine glitt zu Boden. Der Oberst von Hünefeld, der erst etwas unwillig Nikolaus' Gebahren mit angesehen, nun aber den Junker erkannt hatte, kam herbei. »Charreard, Ihr seid es!«

»Niklas, du mußt mit – mit – mir reiten!«

Anthoine de Charreard vergingen die Sinne. Da hob ihn Nikolaus wie ein Kind empor und die beiden brachten den Ohnmächtigen in eine nahe gelegene Schänke.

Die war nun freilich bis auf den letzten Platz besetzt. Doch der Wirt sah wohl, diese Gäste konnte er nicht abweisen, und er öffnete ihnen eine kleine, schmale Stube, der einzige Raum, der für ihn und sein Gesinde noch frei war.

Etwas Feldscheren hatte Nikolaus schon gelernt in seinen Zügen kreuz und quer. Er fand, die Wunde wäre schlimm; immerhin könnte ein flotter Junker, wie seiner wäre, damit noch durchkommen.

Nach Stunden schlug Anthoine endlich die Augen auf; er sah sich um, verwirrt, Entsetzen lag im Blick und Miene, die beiden in der Kammer erkannte er nicht gleich, erst als Nikolaus gut und beruhigend zu sprechen anfing, hellten sich des Junkers Züge auf. »Niklas?« fragte er zögernd, und dann froher: »Niklas?«

»Gelle ja, da staunt der Junker, daß der alte Niklas hier mitten im Türkenkriege drinsitzt?«