„Pfui!“ Bums sauste ein Holzpantoffel in die Kasperlebude hinein, schlug dem hölzernen Kasperle ein Stück von seiner Nase ab und traf des Kasperlemannes Bauch. Da schrie der nun auch und jammerte laut. Fritze Dünnebein aber, der den Pantoffel geworfen hatte, reckte sich stolz auf: „Warum haste Kasperle fangen wollen!“ brüllte er. „Das war böse.“
„Du Dummkopf!“ Der Holzpantoffel kam zurück, aber er traf Fritze nicht; der fing ihn auf, steckte wieder seinen Fuß hinein und sagte patzig: „Ich geb’ dir keinen Pfennig, weil du Kasperle gefangen hast.“
„Dumm, dumm, dumm!“ schrie der Kasperlemann. „Ich hab’ ihn doch nicht gefangen! Da ist nämlich der Meister Severin gekommen, ein Geiger und Instrumentenmacher, der allen Instrumenten eine Seele geben kann, der hat ritsch, ratsch das Kasperle genommen und es in einen schwarzen Kasten gesteckt und es in das Waldhaus zurückgetragen.“
„Hurra, das ist fein! Der Meister Severin gefällt uns,“ brüllten die Kinder. Hansjörg aber fragte bedächtig: „Und wo ist’s Kasperle nu?“
„Na, im Waldhaus!“
„Immer noch?“
„Ja, freilich! Jetzt hat er Angst; wenn er nämlich von des Herzogs Landjäger erwischt wird, ergeht es ihm übel. Dann wird er ins Loch gesteckt.“
„Er soll dort bleiben,“ kreischten die Kinder.
„Nein, er soll nicht dort bleiben,“ rief der Kasperlemann grimmig, „ich will ihn fangen. Unser guter Herzog August Erasmus hat jetzt immer so arg das Zipperlein, und er möchte einen solchen Spaßmacher haben, der ihm die Langeweile vertreibt; da hat er die Belohnung erhöht, er will gern das Kasperle haben.“
Die Kinder sahen sich an. Na, als Spaßmacher im herzoglichen Schloß leben, das mußte doch für ein Kasperle ganz lustig sein. Sie fragten etwas erstaunt: „Geht Kasperle net hin?“