Endlich erwischte Kasperle sie an einem Zipfel ihres weißen Kleides, und da sank das traurige Marlenchen wie eine kleine, blasse Blume ins Gras. Kasperle dachte wirklich, sie wäre gestorben, und er erhob ein lautes Zetergeschrei.

Zum Glück hörte es niemand, und das blasse Marlenchen öffnete nach einigen Minuten wieder ihre Augen. Sanft bat sie: „Mußt nicht so schreien, Kasperle!“

Gleich war der muckstill. Er sah Marlenchen mit seinen schwarzen Glitzeräuglein aber so traurig an, daß die Kleine ihm sanft über den Kopf strich. „Die Prinzessin, die böse Prinzessin!“ Und sie seufzte tief.

„Aber sie kommt doch erst mittags!“

Marlenchen richtete sich verwundert auf. Sie hatte gemeint, die Prinzessin liefe hinter Kasperle drein, und sie sagte sanft: „Warum hast du denn dann so geschrieen?“

„Aber sie kommt doch!“ rief Kasperle kläglich.

Ja, sie wollte kommen. Trübselig genug war es den beiden zumute. Sie gingen langsam über die weite Wiese nach dem Bächlein

zurück und Marlenchen sagte traurig: „Wenn sie kommt, darf ich nicht mehr am Bach sitzen.“

„Ich vergraule sie,“ schrie Kasperle und machte sein Teufels- und Hexengesicht zu gleicher Zeit.

Das sanfte Marlenchen erschrak. Ganz leise sagte sie: „Du mußt nicht schlimm sein, Kasperle.“