Da hielt sich Agathchen Morgenschön das Schürzlein vor die Augen, sie brach in Tränen aus und rief klagend: „Die arme, arme Gräfin Rosemarie!“
„Ach, potz Wetter, laß das Geflenne! Was geht dich die Gräfin Rosemarie an!“ schrie der Kasperlemann. „Raus mit den Pfennigen!“
Da erhob sich plötzlich auf dem Platz ein lauter Lärm, Stimmen schwirrten auf: „Haltet ihn, haltet ihn!“ Und da es keinen Löwen in Wutzelheim zu halten gab, mußte es jemand anders sein. Die Kinder drehten sich alle blitzschnell um, da sahen sie, wie sich ein Affe von Bude zu Bude schwang. Der war aus der Tierbude entflohen.
„Haltet ihn, haltet ihn!“ ertönte es wieder.
Der Affe saß auf einem Leinwanddach und grinste von oben herab. Da vergaßen die Kinder alle miteinander den Kasperlemann und sein Kasperle, sie vergaßen aber auch, ihre Pfennige zu zahlen, sie rannten alle nach der Bude hin, auf der das Äffchen saß; selbst Agathchen Morgenschön vergaß die liebliche Gräfin Rosemarie, die den alten Grafen von Singerlingen heiraten mußte.
Vergeblich rief der Kasperlemann den Kindern nach: „Meine Pfennige, meine Pfennige!“
Husch, husch, war der Platz vor dem Budchen leer. Verdutzt sah der Kasperlemann den Kindern nach.
„Das ist doch ein unnützes Gesindel, dies Kindervolk!“ brummte er ärgerlich. „Alle meine schönen Pfennige sind futsch.“ Er nahm
seine Klingel und ließ sie laut tönen: „Bimmlimbim, bimmelimbim!“