„Ei, du Schelm, du!“ Der Graf lachte herzhaft. „Da kann ich mir denken, daß der Herzog dein Ausreißen nicht gelten lassen will. Er mag sich recht ärgern.“

„Aber er hat’s doch gesagt!“ Kasperle schaute kläglich drein, er fand, gesagt war gesagt. Und das fand auch der Graf von Singerlingen, gesagt war gesagt. Also durfte das Kasperle schon

ausreißen, und er versprach ihm seine Hilfe. „Ich fahre dich ins Waldhaus,“ versprach er.

„Aber an der Grenze wird’s bös,“ erwiderte der Kasperlemann.

„Bah, in meinem Wagen sucht niemand nach!“ Der Graf befahl gleich das Anspannen, ließ im Wagen die Fenster verhängen, und dann ging die Reise los. Oben blies ein Diener ins Horn: „Trarira, Trarira!“ und lustig liefen die Pferde die Landstraße entlang.

„Hei, da fährt der Graf von Singerlingen!“ sagten die Leute, und weil sie den Grafen gern hatten, nickten und winkten sie und riefen: „Guten Tag!“ und „Glückliche Reise!“

Ein Städtchen kam. „Trarira, trarira!“ rasselte der Wagen hindurch. Vor einem Wirtshaus saßen Landjäger, die hatten ein hölzernes Kasperle aufgestellt und sie riefen: „Wer einen findet, der so aussieht, der soll ihn festhalten; er bekommt eine große, große Belohnung.“

„Trarira, trarira!“ Der Wagen des Grafen von Singerlingen rollte vorbei. Niemand sah hinein, niemand vermutete das Kasperle drin.

Dörfer kamen, wieder eine Stadt, dann wieder ein Dorf. Und als Kasperle in seiner Nähe einmal ein bißchen hinaussah, prallte er erschrocken zurück. Jemine, das war ja Protzendorf!

Auf einem Felde stand eine Magd. Ihr Haar glänzte in der Sonne wie lauteres Gold, sie schwang ihre Sichel und sang dazu. Hell tönte ihre Stimme und Kasperle sagte leise: „Das ist die Dörte vom Bauer Strohkopf.“