„Ach so, die das Lied gesungen und dir den vortrefflichen Rat gegeben hat!“ antwortete der Graf. „Na, warte, sie soll sich heute noch freuen!“ Er ließ halten und fragte die Magd, ob sie ihm wohl etwas zu trinken bringen könnte.

Dörte lief eifrig und holte aus einem nahen Quell Wasser für

den Grafen und der sagte: „Halte beide Hände auf!“ Und er schüttelte Goldstücke in die ausgebreiteten Hände und rief: „Das ist für den guten Rat, den du Kasperle gegeben. Nun, Kutscher, fahr’ zu!“

„Trarira, trarira!“ Da kam die Grenze. Dort standen gleich vier Landjäger, die riefen alle vier: „Hier darf niemand vorbei!“

„Ei, potz Wetter!“ rief der Graf von Singerlingen, „wer will mich nicht vorbeilassen? Ja, das wäre ja eine neue Mode!“

„Wir sind der Graf von Singerlingen,“ schrie der Kutscher, und der Diener blies so laut „trarira, trarira!“ daß die Landjäger ganz erschrocken zurückwichen.

Und da war die Grenze und da rollte der Wagen darüber, und da — steckte das Kasperle seine freche Nase zum Wagenfenster hinaus.

„Kasperle, Kasperle!“ schrien die Landjäger. „Ganz gewiß, er war es!“

Aber der Wagen war vorüber, der rollte durch den Wald, rollte auf dem weichen Boden dahin, und auf einmal war das Waldhaus da und — vor dem Waldhaus saßen Meister Friedolin, Mutter Annettchen, die schöne Frau Liebetraut und Herr Severin mit ihren Kindern.

Ganz wunderhold aber saßen da auch Rosemarie und der Geiger Michele. Die waren just zu Besuch in das Waldhaus gekommen. Und gerade hatten sie alle von Kasperle gesprochen, als der Wagen hielt und das Kasperle mit einem großen Satz heraussprang. „Er hat gesagt, ich soll zum Teufel gehen, hurra, hurra!“ schrie er, „ich bin frei, ich bin frei!“