Auch der Graf von Singerlingen stieg aus, und als er das Waldhaus sah, uralt und putzniedlich, da sagte er, er könne schon begreifen, daß Kasperle so gern hier sei, lieber als im Herzogsschloß.
Der Graf trank mit Kaffee und aß von dem Kuchen, den die schöne Frau Liebetraut gebacken hatte. Dann sah er sich Meister Friedolins Kasperlepuppen an, fand eine, die so groß wie das Kasperle
selbst war, und meinte, die möchte er wohl dem Herzog mitbringen. Meister Friedolin gab sie ihm gern. Der Graf stieg wieder in den Wagen und versprach Kasperle, er wolle das Marlenchen grüßen, vielleicht dürfe ihn die Kleine einmal besuchen. Dann ging es fort mit Trarira, und als der Wagen an den Landjägern
vorbeikam, ließ der Graf das hölzerne Kasperle hinausgucken. Da sagten die Landjäger verdutzt zueinander: „Er bringt es ja wieder mit!“
Auch auf dem Herzogsschloß riefen die Diener zuerst alle: „Der Graf von Singerlingen bringt Kasperle!“
„Hach,“ schrie die Prinzessin, „er will mich gewiß heiraten! Flink, flink, ich will mein allerschönstes Kleid anziehen!“
Doch der Graf wollte die Prinzessin nicht heiraten, und das richtige Kasperle brachte er auch nicht mit. Er sprach nur lange und ernsthaft mit dem Herzog, und da sagte der, er wolle das Kasperle
nie mehr verfolgen, auch nicht, wenn es das Marlenchen besuchen würde. Ja, zuletzt schrieb der Herzog sogar einen Brief, in dem stand, Kasperle solle nicht eingesperrt und bestraft werden, wenn er in des Herzogs Land käme.
Als der Graf von Singerlingen gerade das Schloß verlassen wollte, traf er die Prinzessin, sehr schön angetan, auf der Treppe. Der hielt er den Brief vor die Nase und die Prinzessin wurde ganz gelb vor Ärger und sie rief eiligst nach ihren Kammerfrauen, die sollten ihre Sachen packen, sie würde nicht mehr wiederkommen.