Es war beinahe, als wäre der Herzog selber gekommen. Und als der Geiger mit dem Kasperle drüben war, sagten sie: „Nun

marschieren wir mit, denn nun brauchen wir die Grenze nicht mehr zu bewachen. Jetzt ist ja Kasperle da.“

Michele ging mit dem Kasperle voran. Er spielte auf seiner Geige, und der Wald, durch den sie gingen, sang mit, es rauschte in den Bäumen, die Vögel zwitscherten es: „Da geht einer zur Hochzeit, Hochzeit, Hochzeit!“

Kasperle vergaß darüber ganz den Herzog, er kam sich ungeheuer wichtig vor, wie er so, von zwei Landjägern begleitet, dahinschritt.

Und als sie sich Protzendorf näherten, dachte er: Na, ich will’s ihnen schon zeigen, wer ich bin, ich, das berühmte Kasperle!

In Protzendorf sahen etliche den Zug kommen, unter denen waren auch Kasperles alte Freunde Windgustel und Wassergustel. Das waren jetzt zwei stämmige, große, dicke Burschen geworden; klüger waren sie aber noch immer nicht, darum rissen sie auch die Mäuler weit auf, als sie den Zug kommen sahen, und brüllten: „Jetzt haben se Kasperle gefangen!“

Daß einer, der gefangen ist, nicht ganz vergnügt voranmarschiert, bedachten die Protzendorfer nicht, das Geschrei pflanzte sich fort, und der Schäfer Damian ohne Maul, der heute ganz nahe am Dorfe seine Herde weidete, hörte es auch.

Hallo, da kam der aber angelaufen! Er sah Kasperle, sah die Landjäger, dachte an sein Wort, er wolle Kasperle immer schützen, und auf einmal — ripsch, rapsch — ergriff er den kleinen Kerl, setzte ihn auf seine Schulter, und fort ging es. Damian hatte längere Beine als die Landjäger und alle Protzendorfer, der war mit Kasperle zum Dorfe hinaus, ehe einer nur recht zur Besinnung kam.

Als die Landjäger freilich merkten, Kasperle wurde wieder zurückgetragen, da rannten sie spornstreichs hinterher; Michele rannte auch. Die Protzendorfer blieben nicht zurück, was Beine hatte lief, sogar ein paar Schweinchen, etliche Hunde und Ziegen waren dazwischen.