Kasperle schrie: „Halt, halt!“ Aber Damian ohne Maul hörte nicht darauf; der lief bergauf, bergab, rannte beinahe das Wächterhaus an der Grenze um, und dann war er am Waldhaus, und da setzte er das schreiende Kasperle mitten in die Stube hinein. „Da!“
„Jemine,“ schrie Mutter Annettchen, „unser Kasperle, der zum Herzog wollte, ist wieder da!“
„Was?“ Damian sah drein, als wollte er das ganze Waldhaus verschlingen.
Da kamen Meister Friedolin, Herr Severin, die schöne Frau
Liebetraut und ihre Kinder alle herbei, und alle fragten sie: „Kasperle, was ist denn das? Wie kommst du denn wieder her? Willst du nicht mehr zum Herzog gehen?“
„Ich will doch schon, aber der will net!“ brüllte Kasperle ganz aufgeregt.
„Na, potz Kuckuck, was hat denn da der Damian zu wollen!“ rief Meister Friedolin.
Damian ohne Maul stand ganz verdattert da. Er merkte schon, er hatte eine große Dummheit gemacht. Ehe er aber noch wie und was sagen konnte, kamen die Landjäger, Michele und die Protzendorfer Männer, Frauen, Kinder, Schweinchen, Ziegen und Hunde gelaufen, und um das sonst so stille Waldhaus toste ein ungeheurer Lärm. Michael trat in die Stube und erzählte, und als er das weinende Kasperle am Boden sitzen sah, sagte er mitleidig: „Nun kannst du hier bleiben; dein Wort hast du gehalten, hast zum Herzog gehen wollen; daß dich der Damian zurückgetragen hat, dafür kannst du nicht.“
„Hm,“ brummelte Meister Friedolin, „gewollt hat er, gegangen ist er, aber —“