„Au!“ schrie er, und im Saal riefen sie: „Anfangen!“
Da steckte Kasperle flink den Kopf heraus und machte sein allerbösestes Räubergesicht, und dann auf einmal sah Kasperle wie die Prinzessin Gundolfine aus. Er wuschelte sich immer auf dem Kopf herum, als suche er sein Haar, und alle im Saal fingen an zu lachen.
„Er macht es mir nach,“ kreischte die Prinzessin, „er — hach!“ und pardauz fiel sie in Ohnmacht, denn gerade hatte Kasperle sein Teufelsgesicht gemacht.
„Diese dummen Ohnmachten!“ brummte der Herzog. Dem hatte Kasperle nämlich viel Spaß gemacht, und er lächelte sogar ein wenig.
Rosemarie dachte schon, Kasperle würde nun dableiben können, aber der Herzog gebot: „Sperrt ihn wieder ein!“
Das war betrüblich.
Kasperle zog traurig ab. In seinem Kämmerlein legte er sich aber mitten auf den Tisch, und da schlief er ritze ratze ein. Und er hörte nicht, wie die Gäste abfuhren, wie es stiller und stiller im Schloß wurde, er hörte auch nicht, daß der Graf von Singerlingen in aller Stille abreiste. Er erwachte erst, als ihn jemand kräftig schüttelte. Gähnend richtete er sich auf und sah sich verschlafen um. Ein Diener stand da, der lachte, als er in das blitzdumme Kasperlegesicht sah. „Steh auf,“ sagte der Mann, „wir reisen ab. Flink, flink, und dann, Kasperle, halte heute deinen Mund! Der Herr Herzog ist sehr schlechter Laune.“
„Warum denn?“ Kasperle starrte den Diener mit aufgerissenem Munde an. Er dachte: Aber ich habe doch geschlafen und keine Dummheit gemacht!
„Weil der Graf von Singerlingen heimlich davongefahren
ist und einen Brief geschrieben hat, er werde die Prinzessin Gundolfine nicht heiraten.“