„Im Gepäckwagen?“ stammelte der Herzog. „Nein, sie hat doch auch zu wunderbare Launen!“

„Wo soll ich sitzen?“ kreischte draußen auf dem Flur die Prinzessin. „Wer sagt, daß ich im Gepäckwagen sitze? Was ist das für eine Frechheit!“

„Die Prinzessin Gundolfine sitzt im Gepäckwagen.“ Der jüngste Page rannte den Flur entlang, und schwipp, schwapp hatte er eine Ohrfeige rechts und eine links, und vor ihm stand die Prinzessin in einem dottergelben Schlafrock und rief ihm zu: „Siehst du nicht, daß ich hier stehe? Wie kann ich da im Gepäckwagen sitzen! Was ist das überhaupt für eine dumme Rede? Ich habe noch nie im Gepäckwagen geschlafen.“

„Aber — aber —“ Der Page konnte vor Erstaunen kein Wort reden.

Doch da kam schon wieder ein Diener gelaufen, der schrie auch: „Die Prinzessin sitzt im Gepäckwagen!“

Schwipp, schwapp, hatte er auch ein paar Ohrfeigen weg, und als er darob ein furchtbares Gebrüll anfing, steckte der Herzog selbst seine Nase aus dem Zimmer heraus und fragte: „Aber liebe Gundolfine, was ist das? Warum hast du denn im Gepäckwagen gesessen?“

„Jetzt das ist mir doch zu dumm!“ rief die Prinzessin entrüstet. „In meinem ganzen Leben habe ich noch nicht im Gepäckwagen gesessen; das wäre ein ganz unschicklicher Aufenthalt und —“

„Der hat im Gepäckwagen gesessen und die Diebe verjagt!“ Der Pächter kam angelaufen, im Arm hielt er das Kasperle, das noch immer der Prinzessin allerschönste Staatshaube auf dem Kopfe trug. Es zappelte und schrie arg, als es die Prinzessin erblickte.

„Hach, meine allerbeste, allerteuerste Haube!“ Gundolfine stürzte sich wütend auf das Kasperle, und sie hätte ihm wohl die Haare ausgerissen, wenn der Pächter den kleinen Kerl nicht beschützt hätte.

„Mit Verlaub,“ sagte der, „dem darf nichts getan werden, das ist ein ungeheuer tapferer Bursch; der hat so geschrien, daß die Diebe in eine große Pfütze gefallen sind und —“