„Meine Haube, meine Haube, du abscheuliches Kasperle!“ Die Prinzessin stürzte sich wieder auf Kasperle, und der Pächter drehte sich vor Schreck mit dem rund um.

Doch da gebot der Herzog streng: „Ruhe! Jetzt soll erst einmal Kasperle erzählen, was eigentlich geschehen ist. Niemand darf ihn anrühren.“

Kasperle schluchzte, erst konnte er gar nicht sprechen, aber dann erzählte er doch, wie er die Diebe gehört habe, die des Herzogs Orden und der Prinzessin Staatskleider hätten rauben wollen. „Da habe ich mir flink eine Haube aufgesetzt und habe ein Gesicht wie die da gemacht,“ schloß Kasperle und deutete mit dem Fingerlein auf die Prinzessin, „weil — weil sich vor der alle graulen.“

„Hach, ist das frech!“ Die Prinzessin wollte in Ohnmacht fallen, aber sie sah auf einmal, wie alle lächelten; selbst der Herzog schmunzelte, als nun der Pächter erzählte, die Diebe, der Kasperlemann und ein früherer Diener Klaus, seien noch ganz verdattert vor Schreck, sie meinten wirklich, die Prinzessin habe selbst im Gepäckwagen gesessen.

„Er muß Haue haben!“ Die Prinzessin war wirklich zornig.

„Nein,“ sagte der Herzog, „Kasperle hat sehr mutig gehandelt. Sei doch froh, daß deine Staatskleider nicht geraubt sind!“

„Aber meine Haube!“

„Nun, der einen Haube ist ja nichts geschehen!“ Der Herzog war ärgerlich. Er befahl, man solle Kasperle nun in ein Bett legen, damit er sich ausschlafen könne, er habe sich so mutig benommen, und er wäre ihm sehr, sehr dankbar. Und er nickte dem Kasperle freundlich zu, und alle nickten auch freundlich, nur die Prinzessin sah bitterböse aus, und dem Kasperle war das Herz recht schwer, als er daran dachte, daß er zwischen den Hauben und Hüten der Prinzessin gelegen

hatte. O weh, das würde morgen eine böse Überraschung geben!

Der Diener Veit, der Kasperle in ein Zimmer führte, war ein gutherziger Bursche; er merkte wohl, daß etwas Kasperle bedrückte, und freundlich fragte er: „Was fehlt dir denn?“