Stöhnend vertraute ihm Kasperle an, wo er im Gepäckwagen gelegen hatte.
Veit lachte. „Ja, warum stecken sie dich auch da hinein!“ sagte er. „Aber sei getrost, ich schließe den Koffer noch, und morgen wird er abgeladen. Da merkt die Prinzessin erst auf ihrem Schloß, daß du zwischen ihren Hauben gesessen hast. Warum sperren sie dich auch da ein! Wenn einer im Dunkeln in etwas fällt, kann er nichts dafür.“
Das tröstete Kasperle sehr. Er reckte und streckte sich in seinem Bett aus, und er kam sich schließlich selbst wie ein kleiner Held vor.
Kasperle schlief vergnügt bis zum Morgen, er schmauste vergnügt sein Frühstück, und dann durfte er dem Herzog guten Morgen sagen. Der schenkte ihm zur Belohnung für seine Tapferkeit gestern eine große Tüte Zuckerwerk und sagte, nachher, wenn er sich von der Prinzessin, die nur noch zwei Stunden weit mitfahre, getrennt habe, solle er in den Wagen zu ihm kommen. Er dürfe auch noch um etwas bitten, er solle sich nur recht überlegen, um was; nur um seine Freiheit dürfe er nicht bitten.
Das war ein ganz vergnüglicher Morgenanfang. Trotzdem man so etwas in eines Herzogs Gegenwart eigentlich nicht tut, steckte Kasperle doch gleich seine große Nase in die Zuckertüte.
Da seufzte und stöhnte es vor der Türe; die tat sich auf, und herein wurden der Kasperlemann und Klaus geführt. Der Herzog sah sie streng an. „Ihr bekommt schwere Strafe,“ sagte er; „ihr müßt viele Jahre im Gefängnis sitzen.“
„Gnade, Gnade!“ Der Kasperlemann weinte und Klaus
weinte, sie knieten alle beide vor dem Herzog nieder und flehten immerzu, er möchte ihnen verzeihen, sie würden auch nie, nie wieder so etwas Schlimmes tun. „Die Kinder sind immer mit ihren Pfennigen davongelaufen, darum bin ich in große Not gekommen,“ sagte der Kasperlemann. „Und dann dachte ich, bei der Hochzeit der Gräfin Rosemarie würde ich spielen dürfen; man hat mich aber gar nicht recht vorgelassen.“
„Ach, und meine Kinder sind krank!“ jammerte Klaus. „Ach bitte, guter, lieber Herr Herzog, seid mir doch gnädig!“
„Nichts da, eingesperrt werdet ihr und viele, viele Jahre lang!“ brummte der Herzog unwirsch.