„Feuer, Feuer,“ schrie es draußen, und der dicke Brandmeister Schulze keuchte die Treppe im Bäckerhause empor: „Ja, wo brennt’s denn, ich sehe ja nichts und ich rieche nichts. Herr Meister, Herr Meister, sagen Sie mir doch, wo es brennt?“
„Hier,“ brummte der Meister und — klatsch bekam Wendelin einen Katzenkopf rechts, und Severin einen links. Dann nahm der Meister seine Buben beim Kragen und zog sie die Treppe mit hinunter. „Es brennt gar nicht, es brennt gar nicht,“ schrie er so laut, daß es dröhnend das Haus durchhallte.
Der dicke Brandmeister kugelte vor Eilfertigkeit fast die Treppe hinunter. „Nicht spritzen, nicht spritzen,“ rief er seinen Leuten zu, und das war gut, denn diese standen schon bereit und hätten beinahe einen Wasserstrahl in das offenstehende Fenster der Staatsstube gesandt.
„Es brennt gar nicht,“ rief draußen einer dem andern zu. „Die Buben haben eine Dummheit gemacht,“ rief ein Lehrjunge, und gleich flog das Wort weiter. Frau Lehmann, die noch immer inmitten ihrer verschütteten Stachelbeeren saß, stand auf und rief entrüstet: „Was, es brennt nicht einmal, da habe ich mich umsonst erschrocken, na, ich sag’s ja, heillose Buben sind’s, die beiden!“
„Da kommt Heine, nä, seht doch wie der Heine aussieht!“ riefen einige Stimmen lachend. Heine rannte ganz verwirrt in das Bäckerhaus zurück, und als die Damen, die alle mit dem Meister, Altgesellen und Brandmeister um die heulenden Buben herumstanden, den Gesellen in seinem wunderlichen Aufzuge erblickten, lachten und schrieen sie: „Himmel, wie sieht der Mensch aus!“
„Zieh dich rasch an und dann komm und erzähle, was geschehen ist!“ rief der Meister dem Gesellen zu.
Aber der war so verdattert, daß er nur immer rief: „Ich hab’s doch Feuer blasen hören, ganz gewiß, ganz gewiß!“
„Habt ihr geblasen?“ fragte der Meister seine Buben.
„Ja,“ jammerten beide, „bloß — ’n bißchen.“
„Wo?“ fragte der Vater weiter und sah die beiden Schlingel strafend an.