Die Hofdamen brauchten nur „Ach und Weh“ zu sagen und zuletzt „Hurra“ zu schreien.

Die Ritter hatten es etwas schwerer; erstens mußten sie mit ihren Säbeln rasseln, zweitens mußten sie den Zauberer furchtbar ausschelten und ihn zuletzt mit einem wilden Triumphgeschrei in einen Turm sperren. Der Turm war Mutter Paulinchens Kleiderschrank. Am schwersten hatte es der Zauberer; der war bei dem Stück die Hauptsache, er mußte sich nämlich in ein wildes Tier verwandeln, brüllen und plötzlich ein Rotfeuer anzünden. Klaus Hippels alte Pelzjacke war das Löwenfell, und eine Schachtel Rotfeuer hatte sich Jörgel sogar von seinem Taschengeld erstanden; damit nichts passierte, durfte er aber nur ein einziges Hölzchen anzünden.

Wundervoll sollte das Spiel werden; Zuschauer waren die Pantoffelmachersleute und Schneider Langbein mit seiner Frau. Am letzten Tag meldeten sich noch die Geschwister Fröhlich an, worüber Frau Paulinchen in große Aufregung geriet. Sie hatte nur drei Stühle, und einer davon wurde noch als Thronsessel für die Prinzessin gebraucht.

„Es wird schon gehen,“ sagte der Pantoffelmacher, „nur den Mut nicht verlieren“.

„Es ist doch eine große Ehre, daß so vornehme Leute zu uns kommen, mit was soll ich sie denn bewirten?“ klagte die Pantoffelmacherin.

Ja, du meine Güte, da war guter Rat teuer.

Ihr Mann sah etwas verlegen drein; Punsch und Pfannkuchen muß es zu Fastnacht geben, aber woher sollten sie beides nehmen?

Pantoffelmachers waren arme Leute und just diesen Winter ging es besonders knapp bei ihnen zu, was sie erübrigen konnten, das gaben sie dem Schwiegersohn, damit der bald seine Schuld abtragen konnte. Und Fremde kamen auch nicht, das Museum anzusehen; das Trinkgeld gehörte nämlich den Turmbewohnern, dafür mußten sie aber auch oben immer alles in Stand halten.

„Hm, ja, hm,“ brummte der alte Klaus nachdenklich. Dann nach einem Weilchen schrie er, einen roten Samtpantoffel in der Luft schwenkend, „wegen Punsch und Pfannkuchen kommen die Leute nicht zu uns, sondern wegen meines Stückes, das hat der Doktor selbst gesagt, nämlich weil er auch ein Dichter ist. Und wenn Nachbar Langbein denkt, er kriegt Punsch und Pfannkuchen, na, dann bekommt er halt die Nase auf die Tischecke, wie meine selige Mutter zu sagen pflegte, wenn wir was haben wollten und es nicht bekamen.“

„Punsch und Pfannkuchen wären aber doch fein, ich wollte ich hätte beides,“ sagte Frau Pauline seufzend.