Mit dem Auseinanderbrechen ging es aber nicht so recht, bis schließlich alle Kinder wie aus einem Munde riefen: „Die sind ja gar nicht echt.“ Es fanden sich allerlei hübsche Mützen aus Seidenpapier in den angeblichen Pfannkuchen, mit denen sich die Kinder geschwind schmückten.

Die Fröhlichkeit im Turmstübchen wurde immer größer und es gab betrübte Gesichter bei Wirtin und Gästen, als Fräulein Helene zum Aufbruch mahnte. Aber trotzdem wurde auch der Heimweg recht fastnachtslustig. Niemand hatte etwas dagegen, daß die Kinder in den stillen Straßen, durch die ihr Weg sie führte, fröhliche Lieder sangen. Höchstens daß mal jemand, der ihnen begegnete, sich umdrehte und sagte: „Ei, seid ihr aber lustig!“

„Und morgen ist Aschermittwoch,“ sagte Wendelin, als man auf dem Kirchplatz angelangt war, „ich hab’ schon eine feine Rute, da will ich ordentlich kehren.“

„Mich bekommst du nicht,“ neckte Anne-Marte kichernd.

„Mich auch nicht!“ rief Brigittchen.

„Na, wartet nur, ich kehre euch allen den Staub ab,“ rief Wendelin protzig, „dann müßt ihr mir was schenken!“

„Ich auch, ich auch!“ riefen Jörgel und Severin, „nehmt euch nur in acht, Mädels!“

Nach dieser Mahnung nahmen alle fröhlich Abschied von einander. Nur Brigittchen brauchte sich noch nicht von Fräulein Helene zu trennen, die Geschwister Fröhlich waren von Herrn Schön und Fräulein Mathilde zum Abend eingeladen worden, und der Kleinen erschien dies beinahe als der schönste Teil des Tages. Ihre neue Tante brachte sie zu Bett und es gab zum Schluß noch ein heiteres Einschlafemärlein, bei dessen Worten Brigittchen sacht in das Traumland hinüber schlummerte. —

Der Aschermittwoch brach an. Die Wolken schienen es für ihre Pflicht anzusehen, den Sonnenglanz zu dämpfen. Grau und glanzlos war der Himmel, ein feiner, grauer Dunst hüllte die Stadt ein und die Leute sagten, es sei richtiges Aschermittwochwetter, die Asche hinge förmlich in der Luft.

Severin und Wendelin kümmerten sich wenig um das trübe Wetter; als sie nach dem ersten Frühstück mit Jörgel vereint zur Schule trabten, da waren alle drei eitel Lust und Fröhlichkeit, man sah es ihnen schon an den Nasenspitzen an, daß sie etwas Lustiges ausheckten. So lustig erschien es ihnen, daß Severin noch in der Klasse mit Lachen daran denken mußte, wofür er freilich von dem Geschichtslehrer Doktor Kittel einen regelrechten Rüffel bekam.