Und wie dem Herrn Bürgermeister, so ging es den Stadträten, den Bürgern, alle, alle ärgerten sie sich über den boshaften Schreiber.

Am meisten taten dies Klaus Hippel und Frau Paulinchen, denn am allerschlechtesten war das Museum weggekommen, von dem Fastnachtsspiel und von den geborgten Ritterhelmen stand auch etwas in dem Artikel.

Es war wirklich ein Glück, daß Doktor Fröhlich die Geschichte schon vorher dem Bürgermeister erzählt hatte, sonst wäre es dem armen Pantoffelmacher vielleicht schlimm ergangen. Eine Strafrede bekam er ohnehin, die war gesalzen, und noch nach Wochen seufzte er tief, wenn er daran dachte. Sein einziger Trost war nur, daß Doktor Fröhlich versprach, er wollte auch etwas über Neustadt schreiben, er wollte erzählen, was für ein liebliches, anmutiges Fleckchen es sei und daß neben der Marienkirche und dem Schloß der alte Turm das allerschönste im Städtchen sei. —

„Das hat der junge Herr vom Fastnachtstag geschrieben,“ sagte Frau Paulinchen, „nein, so etwas, nicht einmal richtig umgesehen hatte er sich!“

„Ein abscheulicher Windbeutel ist’s“, schrie der Meister, und seit der Zeit sagte er immer, wenn ein Fremder sich dem Turm nahte: „Paulinchen, paß auf, ein Windbeutel kommt. Wirf ihn hinaus, wenn er etwas aufschreiben will!“

Bis eines Tages ein Maler kam, der voll Entzücken den Turm von unten und oben, von vorn und hinten, mit Pantoffeln und ohne Pantoffeln, von innen und außen, am Morgen, am Mittag und im Abenddämmern malte, da söhnte sich Meister Hippel wieder mit den Fremden aus. Er wurde wieder lustig wie zuvor, pfiff und sang im Turmerker, nähte Pantoffeln, erzählte Geschichten und rief, wenn ein Fremder kam:

„Aufgepaßt, ein weißer Spatz fliegt in den Turm!“