Jörgel machte ein bedenkliches Gesicht: „Es geht uns vielleicht wie mit dem Schatz und nachher werden wir ausgelacht! Lieber nicht!“
„Sei doch nicht so eingebildet!“ rief Severin. Es war dies allerdings ein höchst ungerechter Vorwurf, aber weil Jörgel Ostern schon nach Quinta kam, und die Bäckerbuben, die freilich ziemlich in gleichem Alter mit ihm waren, noch in der letzten Vorschulklasse saßen, glaubten sie mitunter, Jörgels Zweifel an Meister Hippels und Heines Erzählungen sei nur Einbildung.
„Sei doch kein Spielverderber,“ sagte nun auch Anne-Marte, „es ist doch anders wie beim Schatzgraben, wir brauchen ja nicht im Dunkeln zu gehen?“
„Wir wollen doch gehen,“ flüsterte Jantge. Sie dachte bei sich, vielleicht hilft das Osterwasser der Urgroßmutter, und darum wollte sie gehen.
Auch Brigittchen bat: „Wir wollen doch gehen!“ Die kleine Träumerin lockte das Geheimnisvolle, Märchenhafte, sie gedachte irgend etwas Wundervolles zu sehen und zu hören, vielleicht tanzte die Sonne auch wirklich.
„Na, meinetwegen,“ brummte Jörgel. Im Grunde ging auch er gern, denn wer konnte es wissen, das Osterwasser hatte doch vielleicht eine besondere Kraft.
„Hoffentlich ist schönes Wetter!“ sagte Anne-Marte.
„Ja, und wir dürfen es niemand vorher sagen, daß wir gehen, Mädels,“ rief Wendelin. Er sah die Freundinnen drohend an, und Brigittchen fiel das Verbot schwer auf ihr Herzchen, nun durfte sie den Plan auch Tante Helene nicht verraten, und dies erschien ihr unendlich schwer.
Schnippisch erwiderte Anne-Marte: „Tu dich nur nicht so, Wendelin, du hast es neulich Jantge geklatscht, daß ich eine Strafarbeit hatte, wer konnte denn da seinen Mund nicht halten? Seid ihr nur still, wir werden schon nichts verraten, nicht wahr Brigittchen und Jantge?“
Die beiden gelobten eifrig Schweigen, Wendelin verzog trotzig den Mund, er wagte aber nichts weiter zu sagen, denn gegen Anne-Marte kam er so leicht nicht auf, die konnte auf ein Wort vier erwidern.