Der Bube mußte nun seine Erlebnisse erzählen, und der Vater meinte, eigentlich hätte er tüchtige Prügel verdient, er hätte aber wohl schon Strafe genug gehabt, darum sollte ihm verziehen sein. Die Mutter nahm ihren Buben in die Arme und sagte nur leise: „Ich habe so viel um dich geweint!“
Dieses Wort tat dem Kaspar weher als aller Hunger, alle Schmerzen und alle Angst, und er gelobte sich still im Herzen, den Eltern fortan ein guter Sohn zu sein. Das hat er auch gehalten. Er hat auch nie wieder in seinem Leben einen Wichtelmann gesehen und gefangen, nur manchmal, wenn er Beeren oder Reisig im Walde suchte, dann hörte er ein leises, leises Kichern; das waren die Geistlein, die ihn auslachten. Mitunter rief auch wohl neckend ein feines Stimmlein: „Willst du wieder Farnsamen? Willst du wieder unsichtbar sein?“
Dafür aber bedankte sich der Kaspar sehr, er dachte: „Einmal und nicht wieder!“
Traumfriedes Glück.
Eines schönen Tages, als sich der Sommer gerade wieder in vollem Behagen in seinem Reich umsah, erblickte er plötzlich den Herbst, der in seinem rotgoldenen Prachtkleid einhergewandert kam. Schnell küßte da der Sommer noch einmal seine Lieblinge, die Rosen, daß sie wieder aufblühten wie im Juni, und dann zog er, große Rosensträuße in den Händen tragend, von den Höhen herab, aus den Tälern heraus, dem heißen Süden zu.
Der Herbst trat seine Herrschaft an. Zu seinem Empfang blühten in den Gärten Astern und dicke Georginen auf, die Herbstzeitlosen standen blaß und zart auf den Wiesen, und Äpfel, Birnen und Pflaumen bekamen große Lust, von den Bäumen herab ins Gras zu fallen.