Da kam auch Leben in die andern Kinder. Schreiend stürzten sie auf das Haus zu, und fünf Paar kleine Fäuste donnerten an die verschlossene Tür, und gellend drang der Ruf: „Feuer, Feuer!“ in die Nacht hinaus.
Der Förster erwachte zuerst von dem Ruf. Er sprang aus dem Bett und öffnete die Türe seines Schlafzimmers. Ein scharfer Brandgeruch drang ihm entgegen, und von draußen tönten immer gellender die Schreie der Kinder: „Feuer, Feuer!“
In wenigen Minuten waren alle im Hause wach.
„Erst die Kinder retten!“ rief der Förster, und seine Frau und er trugen die blonden, rosigen Kinder, die gerade so schön von Weihnachten träumten, samt den Betten ins Freie.
„Jemand muß ins Dorf laufen und Hilfe holen,“ rief der Jägerbursche.
„Mädel, lauft ihr,“ sagte Schulzens Jakob wichtig, „wir Buben helfen hier.“
Und Annchen und Röse liefen auch wirklich. Sie rannten den einsamen Weg entlang und dachten gar nicht daran sich zu fürchten. Nicht lange dauerte es, da klang durch Oberheudorf ihr angstvoller Ruf: „Feuer, Feuer!“ Hans Rumps, der gerade in einem Holzstall ein kleines Schläfchen machte, wurde zuerst munter. Er tutete in sein Horn und schrie dazwischen immer: „Wo brennt es denn nur? Ich sehe ja nichts!“
Die Dorfbewohner wurden munter, und bald rasselten die Spritze und einige Wagen dem Forsthause zu.
„Ja zum Donnerwetter, Mädel, wo kommst du denn her?“ fragte der Schulze, als er seine Röse erblickte, erstaunt.
„Ich erzähl's gleich,“ erwiderte Röse und kletterte mit Annchen zu ihrem Vater auf den Wagen, und unterwegs erzählten ihm die beiden Mädel alles.