Das Forsthaus brannte vollständig nieder. Die Förstersleute aber hatten noch ihre Kinder und die meiste Habe in Sicherheit bringen können. Da das Haus selbst baufällig war und dem reichen Grafen Dachhausen gehörte, war es nicht so schlimm, daß es niedergebrannt war. Die Oberheudorfer fuhren die Obdachlosen ins Dorf. Der Schulze riet, die Förstersfamilie im Schulhaus einzuquartieren; da Ferien seien, könnten sie vorläufig mit allen ihren Sachen in den Schulzimmern wohnen.
Da fanden sich denn rasch hilfsbereite Hände. Jeder faßte an und half, und als der Morgen des Weihnachtstages heraufdämmerte, war aus den Schulzimmern eine gemütliche Wohnung geworden, und die Förstersleute sprachen ein stilles Dankgebet, daß alles so gut geendet hatte.
Froh und stolz zugleich waren die fünf Buben und Mädel. Jeder sagte es, daß es gut gewesen sei, daß die fünf gerade am Forsthaus vorbeigekommen, sonst wären vielleicht alle Bewohner des Hauses verbrannt.
„Und brav und verständig sind sie gewesen, die Kinder,“ lobte der Schulze, und das fanden auch die andern Leute.
Und Mariandels Röckchen wurde fertig; so fein sah es aus wie nie zuvor. Mit lauter Samtstreifen hatte es die gute Pate besetzt, ordentlich eine Pracht war es.
Es war ein frohes Weihnachtsfest. Jubelnd hell klangen am heiligen Abend die seligen Kinderstimmen in die stille Winternacht hinaus, heller denn je brannten die Weihnachtsbäume, und die Kinder waren zum Purzelbaumschlagen vergnügt.
Traumfriede saß neben Muhme Lenelis am warmen Ofen und sah auf den leise schwingenden Tannenbaum, an dem die Lichter langsam verglühten. Fest schmiegte sich der Bube an die Muhme und sagte mit strahlenden Augen: „Schöner als in Oberheudorf kann es doch nirgends sein!“