Wie sie so miteinander gingen, sagte Waldbauers Mariandel auf einmal: „Ihr schaut ja immer unsere Schuhe an, gelt, die können euch gefallen?“
„Na ob!“ rief Schnipfelbauers Fritz. „Aber dumm seid ihr Mädel doch!“
„Pfui!“ quiekten die vier Ehrenjüngferchen entrüstet, „du bist mal ein Grober!“
„Na, wahr ist's doch!“ behauptete Fritz lachend. „Bis ihr ins Schloß kommt, sind eure Schuhe schmutzig. Zieht sie doch aus! Gelt, ihr seid zu vornehm, um barfuß zu gehen?“
Die Buben lachten laut auf, und die Mädel sahen sich an und schämten sich, sie fanden, Fritz habe recht. „Woll'n wir?“ fragte Mariandel, und die andern nickten: „Ja, wir wollen!“ Hurtig begannen sich die vier Mädel Schuhe und Strümpfe auszuziehen, und bald standen sie mit nackten Beinchen auf der Landstraße. Die Buben lachten vergnügt dazu und nahmen dann jeder ein Paar Schuhe, in denen fein säuberlich die Strümpfe steckten. „Wir tragen sie euch ein bißchen,“ sagten sie so gefällig, wie sie sonst nie waren. So trabten sie miteinander auf der Landstraße dahin. Aber weit waren sie noch nicht gegangen, als Schnipfelbauers Fritz plötzlich rief: „Dort läuft ein Hase!“
„Wo denn, wo denn?“ fragten alle.
„Dort, dort!“ schrie Anton Friedlich, „ich sehe ihn!“
„Ich auch,“ schrie Heine Peterle, „ich lauf' ihm nach!“ und er begann zu laufen.
„Ich auch,“ „Ich auch,“ „Ich auch,“ schrien seine Kameraden und rannten hinter ihm her.
Die vier Mädel hatten zwar keinen Hasen gesehen, aber sie warteten geduldig auf die Rückkehr der Kameraden. Doch die Zeit verging, und kein Anton, kein Jakob, kein Fritz und kein Heine Peterle ließen sich sehen, sie waren spurlos verschwunden und mit ihnen Schuhe und Strümpfe.