Jakob schrie immer lauter vor Angst. Er wollte über den kleinen Graben, der das Feld von der Landstraße trennte, springen, aber in seiner Aufregung strauchelte er, stürzte und lag plötzlich platt wie ein Frosch in dem Graben.

Plumps! sprang da etwas auf ihn drauf und krabbelte auf seinem Rücken herum; einmal rutschte das unheimliche Wesen nach rechts, einmal nach links.

Und Jakob brüllte in seiner Angst: „Die Roggenmuhme, die Roggenmuhme! Laß mich los, laß mich los!“

Er machte es dabei wie der Vogel Strauß, er steckte seinen blonden Struwelkopf tief in das Gras und zappelte mit Armen und Beinen und schrie, als sollte er auf der Stelle mit Haut und Haaren verspeist werden.

Je lauter Jakob brüllte, desto mehr quiekte die Roggenmuhme auf seinem Rücken. Sie trampelte dabei immer hin und her und stieß ganz merkwürdige Töne aus, die einem Dorfbuben eigentlich hätten bekannt sein müssen. Aber Jakob gab sich keine Mühe, das Gequieke der Roggenmuhme zu „studieren“, er schrie nur, und zwar so kräftig, daß das Bäuerlein am Feldrand davon erwachte.

Erstaunt richtete sich der Schläfer auf. Wo war denn er, und wo war sein Schweinchen?

Er hörte das Gebrüll und das Gequieke, und flugs war er auf den Beinen und rannte dorthin, woher der Lärm kam. Da erblickte er sein Schweinchen, das sich die Leine um die Beine gewickelt hatte, und das hilflos in einem Graben hin und her rutschte und als verkannte Roggenmuhme den armen Jakob in Angst und Schrecken versetzt hatte.

„Na, potz Blitz, was ist denn das for äne Schreierei?“ sagte das Bäuerlein und zog sein Schweinchen aus dem Graben. „Du, Bube, komm doch raus! So än kleenes Schweinchen tut dir doch nischt!“

„Uah, uah, uah,“ brüllte Jakob und strampelte und zappelte weiter. Da packte ihn der Bauer kurz entschlossen am Hosenboden und zog ihn aus dem Graben. „Nu sag mir nur, Bengel, warum schreist du denn so?“ fragte er kopfschüttelnd.

„Die – die – Ro–roggenmu–muhme!“ schluchzte Jakob.