„Was?“ sagte der Bauer, „den Rock–Muhme? Ja was soll denn das heißen?“

Es dauerte eine geraume Zeit, bis Jakob ihm schluchzend und stammelnd die Sache erklären konnte. „Nä, ä sowas! So än blitzdummer Bube, hält mein schönes Staatsschweinchen für die Roggenmuhme! Hahaha!“ schrie das Bäuerlein und mußte sich geschwind auf einen Meilenstein setzen, sonst wäre er vor Lachen umgefallen.

Jakobs Freunden war unterdessen die Zeit unter dem Lindenbaume etwas lang geworden. Es hatten sich noch einige andere Kinder eingefunden, und sie beschlossen alle zusammen nachzusehen, ob Jakob mit „Studieren“ fertig sei. Lustig trabten sie auf der Landstraße hin, und Jakob sah sie schon von weitem kommen. „Jetzt werd' ich aber ausgelacht,“ dachte er beschämt, und ohne sich lange zu besinnen, rutschte er in den Graben, kroch am Felde entlang bis zu einem schmalen Weg, und dann rannte er heidi! auf und davon.

„Na, was ist denn das nu wieder?“ sagte der Bauer verdutzt und sah dem Ausreißer nach. Aber dann bemerkte er die herankommenden Kinder, und er schmunzelte vergnügt, denn er verstand, warum Jakob die Flucht ergriffen hatte. Er zog also mit seinem Schweinchen den Kindern entgegen, blieb vor ihnen stehen und fragte listig: „Wo wollt ihr denn hin?“

„Schulzens Jakob wollen wir suchen, der ‚studiert‘ die Roggenmuhme,“ antworteten alle.

„Na, dann geht man wieder nach Hause! Jetzt vor än Weilchen hat die Roggenmuhme einen Jungen mit fortgeschleppt, das wird er wohl gewesen sein!“

Entsetzt starrten sich die Kinder an, dann brachen sie in ein wildes Jammergeschrei aus und rannten spornstreichs in das Dorf zurück.

Dort kamen sie gerade an, als Jakob, der auf einem Umweg das Dorf erreicht hatte, in das Schulzenhaus schlüpfen wollte. „Da ist er ja, da ist er ja! Sie hat ihn losgelassen!“ brüllten seine Kameraden und stürzten auf ihn zu; der eine packte ihn am rechten Arm, der andere am linken, einer am Jackenzipfel und einer sogar am Bein.

„Hat sie dich losgelassen?“ – „Wie sah sie denn aus?“ – „Hat sie dir was getan?“ so schwirrten die Fragen durcheinander.

Dem armen Jakob wurde himmelangst, und es war sein Glück, daß gerade die Großmutter vor die Haustüre trat und ihn aus den Händen seiner teilnehmenden Freunde befreite. „Was schreit ihr denn so? Was ist denn los?“ fragte sie ärgerlich.