„Ja,“ schrien die Kinder, denn es war nicht gefährlich, wenn Kasperle in der Luft herumfuchtelte.

„Sind die Oberheudorfer Schlingel auch da?“ fragte es dann.

„Ja, hier sind wir!“ riefen alle Oberheudorfer Buben und Mädel, sie fühlten sich durch Kasperles Nachfrage sehr geehrt.

„Potz blitz,“ quiekte Kasperle, „da muß ich losgehn. Frau, komm raus, die Oberheudorfer sind da!“

„Das ist dumm!“ rief ein Niederheudorfer Bube empört. „Wir müssen genannt werden, bei uns ist doch das Schießen!“

„Halt den Mund!“ keifte Kasperle.

Aber die gekränkten Niederheudorfer hielten nicht den Mund, und die Oberheudorfer schwiegen auch nicht still. Die Kinder standen sich eine Weile kampfbereit gegenüber, als Kasperle plötzlich rief: „Gute Nacht, ich geh' ins Bett!“

„Nein, bleib hier!“ riefen die Kinder erschrocken und vergaßen ihren Streit, und das Spiel begann.

Der eifrigste Zuhörer war der dicke Friede. Mäuschenstill stand er und sperrte Augen, Mund und Ohren auf. Er vergaß vor lauter Eifer sogar das Essen, trotzdem er einen großen braunen Pfefferkuchen in der Hand hielt. Als der Vorhang zugezogen wurde, weil ein Akt des Stückes zu Ende war, sagte der dicke Friede seufzend, wie aus einem tiefen Traume erwachend: „Ich möchte auch ein Kasperle sein!“

Seine Gefährten sahen ihn verdutzt an, und Heine Peterle meinte nachdenklich: „Na, ausgelacht zu werden, ist dumm!“ Er dachte dabei an seine Erlebnisse in der Stadt.