„Prahlhans!“ rief ein dicker Specht. „Aber es ist wahr, das Herz ist die Hauptsache.“

Die Nachtigall setzte sich auf einen Busch neben die schlafende Prinzessin und sang, bis der Morgen heraufdämmerte. Schlampampe schlief so süß wie daheim in ihrem seidenen Himmelbette, und als sie am Morgen erwachte, war sie heiterer als seit vielen Wochen, und froh setzte sie ihre Reise fort.

Am Abend kam sie wieder in ein Bauernhaus, und die Bäuerin hieß sie herzlich willkommen. „Wie heißt du denn, du wunderholdes Mägdelein?“ rief die Frau.

Schlampampe senkte den Kopf und sagte traurig: „Ach, gute Frau, ich habe einen schrecklichen Namen, den ich gar nicht nennen kann!“

„Ei, so nenne ich dich Namenlos,“ rief die Bäuerin und führte die Prinzessin in ein kleines, sauberes Zimmer.

Schlampampe gefiel es gut in dem Bauernhaus, und sie blieb etliche Tage. Es tat ihr so wohl, daß niemand ihren Namen wußte und darüber lachte. Eines Morgens aber, als sie aus ihrer Kammer trat, hörte sie die Bäuerin rufen: „Ei du alte Schlampampe, wie unordentlich hast du wieder gefegt!“

Da erschrak die Prinzessin sehr. Wohl merkte sie bald, daß die Bäuerin die Magd gemeint hatte, aber es litt sie nicht länger in dem Hause, und sie zog weiter. Wohin sie auch kam auf ihrer Reise, überall wurde sie „Namenlos“ genannt, weil sie ihren Namen nicht nennen wollte.

Nach etlichen Wochen kam sie zu einem Könige, der ein großes, schönes Schloß bewohnte, und der drei Söhne hatte. Die Prinzessin nahm aus ihrem Koffer ein Kleid, das blau wie ein Strauß Vergißmeinnicht war und silberne Borten hatte, zog es an und ritt in den Schloßhof hinein.

„Das ist eine Prinzessin,“ riefen alle Diener und Mägde und purzelten gleich vor lauter Eifer übereinander. Auch der König kam herbei, begrüßte seinen schönen Gast und wollte ihren Namen wissen, aber Schlampampe seufzte tief und sagte, sie könne ihren Namen nicht sagen.

„Also sind Sie Prinzessin Namenlos, mein schönes Kind?“ sagte der König und führte sie ins Schloß und stellte ihr dort seine drei Söhne vor. Die drei Prinzen hatten nur einen Fehler, sie waren schrecklich dumm. Der älteste sagte immer: „Aha!“, der zweite: „Oho!“ und der dritte: „Hmhm!“ Das war ein bißchen langweilig. Sagte die Prinzessin: „Heute ist aber schönes Frühlingswetter!“ dann lachten die drei Prinzen und riefen: „Aha!“ – „Oho!“ – „Hmhm!“