Endlich rief er: „Wie schön bist du!“ und Schlampampe erwiderte: „Du bist noch schöner!“
Sie gaben einander die Hand und gingen miteinander durch den Garten. „Wer bist du?“ fragte der Jüngling, und Schlampampe seufzte tief und erzählte ihm, daß sie eine Prinzessin sei und einen schrecklichen Namen habe.
„Oh,“ rief der Jüngling, „das ist auch mein Unglück. Ich bin der Sohn des Königs, dem dieses Schloß gehört. Auch ich habe einen entsetzlichen Namen und werde immer ausgelacht.“
Die beiden sahen sich an, und plötzlich riefen sie wie aus einem Munde: „Wie heißt du?“
Aber keiner wollte den Namen zuerst nennen. Da sagte endlich der Prinz: „Hörst du die Schloßuhr schlagen? Drei Schläge wollen wir zählen, beim dritten nennen wir unsere Namen. Da zählten sie eins – zwei –“
„Friederike,“ schrie Heine Peterle erschrocken und purzelte samt seinem Holzeimer um, denn Friederike hatte ihm unvermutet einen sehr derben Stoß versetzt.
„Das ist frech!“ riefen die Kinder empört, die so unsanft aus ihren Märchenträumen gerissen waren. Auch Muhme Lenelis war ärgerlich, und die sonst so kluge Friederike wurde angebunden, weil sie diesmal so gar nicht wußte, wie sie sich in Gegenwart von Prinzen und Prinzessinnen zu benehmen hatte.
„Die Uhr muß nochmal schlagen,“ bat Annchen Amsee, und Muhme Lenelis nickte und erzählte weiter. „Die beiden zählten also eins – zwei – drei – und riefen dann mit lauter Stimme: „Schlampampe!“ – „Schlampamperich!“
„Schlampamperich heißt du?“ rief die Prinzessin erstaunt.
„Und du Schlampampe?“ rief der Prinz nicht minder verwundert.