„Und ich dich,“ rief die Prinzessin, „und wenn du einen noch viel schrecklicheren Namen hättest. Nein, weißt du, eigentlich ist Schlampamperich ein ganz schöner Name, er klingt so besonders. Überhaupt hat die Tanne gesagt, das Herz sei die Hauptsache. Ich glaube, du hast ein sehr gutes Herz.“
„Und du auch,“ sagte der Prinz, „also wollen wir zufrieden sein.“
Da lachten sie beide und gingen vergnügt in den Saal, wo die Hochzeitsgäste versammelt waren. Sie blieben nun für immer Schlampampe und Schlampamperich. Der Prinz verbrannte sein Gedicht und die Prinzessin trennte die Stickerei auf dem rotseidenen Kissen wieder auf. Weil aber Schlampampe und Schlampamperich so herzensgut waren und allen Menschen nur Liebes erwiesen, lachte bald niemand mehr über die Namen. Ja in dem Königreiche, in dem sie wohnten, wurde eine Straße Schlampamperichstraße genannt, und einen Schlampampeplatz gab es auch bald.
Die klugen Gänse von Oberheudorf.
Sagt einer in Oberheudorf: „Ja, die Gänse, die sind schon klug!“ dann lachen die Buben, aber die Mädel ärgern sich, und Krämers Trude und Bäckermeisters Mariele, die halten sich gleich die Schürze vor die Augen. Na, man muß schon sagen, unrecht haben die beiden nicht, wenn sie sich schämen. Sie haben einen Streich ausgeführt, der ihnen viel Spott seitens der Buben eintrug und zeigte, daß auch gescheite Mädel einmal dumm sein können. Die Geschichte ist nämlich so.
Einmal, es war in dem Jahre, in dem Heine Peterle seine Stadtfahrt machte und Schulzens Jakob die schreckliche Geschichte mit der Roggenmuhme erlebte, war der Oberheudorfer Gänsejunge auf und davon gegangen. Er meinte, er sei plötzlich so klug geworden, daß er fortan Schafhirt sein wolle; für einen fünfzehnjährigen Buben sei Gänsehüten keine Arbeit, er wollte Schafe haben. Da die Oberheudorfer Bauern aber keine Schafe hatten, zog der Gänsejunge von dannen, und die Gänse hatten auf einmal keinen Hirten.