„Ja, aber wie sie aussieht!“ schrie Annchen verwundert.
„Die ist ja blau!“ rief Heine Peterle.
„Nein, grün!“ – „Nein, rot!“ schrien Annchen und Jakob, die gerade die andere Seite erblickten.
Mit offenem Munde starrten die Kinder auf das seltsame Tier, das näher gewackelt kam und schauerliche, heisere Töne ausstieß.
„Das ist mir graulich,“ quiekte Röse plötzlich und rannte in das Haus, um die Großmutter herbeizurufen.
Arm in Arm kamen gerade die einstigen Feinde, der blaue Friede und der dicke Friede, die Dorfstraße entlang. Beide blieben verdutzt stehen, als sie die Ziege erblickten. „Das ist ja eine Kasperleziege!“ schrie der dicke Friede erstaunt.
„Ich hol' Schuster Pechdraht, der wird wissen, was das ist,“ sagte Heine Peterle und lief in das Schusterhaus.
Es dauerte nicht lange, so verbreitete sich die Nachricht von dem schrecklichen Tier im ganzen Dorf, und natürlich kamen zu allererst sämtliche Kinder mit großem Geschrei an. Die Ziege lehnte mit verglasten Augen an einem Zaun und meckerte kläglich, und die Kinder standen alle um sie herum. Auf einmal rief Anton Friedlich: „Das ist doch Friederike! Ich kenn' sie doch am Halsband!“
„Friederike?“ schrien die Kinder wie aus einem Munde. „Wirklich, es ist Friederike! Aber Friederike, was hast du denn gemacht?“
„Sie stirbt,“ jammerten Röse und Annchen.