Fein war's! Das Wort machte die Buben noch neugieriger, als sie ohnehin waren. Sie bettelten so lange, bis Friede Hopserling sich stöhnend zu einer näheren Erklärung entschloß. Ja, schließlich versprach er noch, er wolle die Leitung des Ganzen übernehmen. Sehr musikalisch waren die Oberheudorfer Buben gerade nicht, aber Anton Friedlich fragte doch, ob man nicht ein besonderes Stück spielen müsse.
„Nä,“ sagte Friede gelassen, der von Musik so viel verstand wie ein Essenkehrer von der Feinplätterei. „'n Stück ist nicht nötig, nur recht laut muß es sein, und 'ne Trommel und 'ne Trompete gehören dazu, dann wird's fein.“
Schulzens Jakob besaß zwar eine Trommel, aber die hatte schon ein Loch, und die Trompete vom blauen Friede hatte das Mundstück verloren. Woher also die Instrumente nehmen?
Doch Friede Hopserling erwies sich als Retter. Sein Schwager in Niederheudorf besaß eine Trommel, die wollte er borgen, und der Oberheudorfer Küster hatte eine Trompete und ein Waldhorn.
„Das haben wir auch,“ rief Heine Peterle.
„Na so,“ sagte der Knecht, „zwei sind besser als eins! Kasper auf dem Berge hat 'ne Geige, die wird auch geholt, na, und wer nischt hat, der kann pfeifen oder singen.“
„Ich kann singen,“ schrie der blaue Friede und stimmte mit krähender Stimme an: „Heil dir im Siegerkranz!“
Aber Anton Friedlich sagte noch einmal: „Wenn wir ein Stück hätten, wär's doch besser!“
„Nä,“ schrie Friede Hopserling empört, und diesmal schwang er seinen Pinsel so heftig, daß Anton einen großen blauen Fleck auf die linke Backe bekam. „Wenn du's besser wissen willst, denn man los! Was ich weiß, weiß ich; beim Ständchen kommt's nur auf den Lärm an, nu so!“
Da wagte auch Anton keinen Widerspruch mehr und fügte sich in Friede Hopferlings Vorschlag „Sollen die Mädel mittun?“ fragte Schulzens Jakob, der an seine Schwester dachte.