Ein wahres Zetergeschrei erhob sich. „Feuer, Feuer!“ quietschten die Mädel, und einige kletterten gleich auf die Tische, als käme das Feuer schon zur Türe hereinspaziert und sagte guten Tag. Der Lärm hielt an, und die Frau Lehrer dachte voll Angst an ihre beiden kleinen Kinder, die sie unter der Obhut eines Dienstmädchens zurückgelassen hatte. „Wir wollen aufhören,“ rief sie rasch. Im Nu waren alle Arbeiten in die Beutel versenkt, und die Mädel liefen schreiend auf die Straße: „Es brennt, es brennt!“

Die Erwachsenen hatten auch das Getöse gehört, und einer fragte den andern: „Wo brennt es denn?“

Der Schulze ließ eilfertig das Spritzenhaus aufschließen und rief: „Sagt nur, wo's raucht!“

Rauchen tat es aber eigentlich überall, es war gerade Zeit, den Nachmittagskaffee zu kochen, und so stieg beinahe aus jedem Schornstein lustig ein blaues Rauchwölkchen in die Luft.

„Wo brennt's denn nur?“ schrie der Schulze aufgeregt. Da kam der Nachtwächter, der Feuerlärm blasen mußte, an und sagte ruhig: „'s brennt nirgends, und überhaupt hat Friede Hopserling mein Horn geholt, ich kann nicht blasen!“

„Dummkopf!“ schrie der Schulze. „Aber sagt doch, woher kommt der Lärm?“

Alle lauschten. Immer fürchterlicher wurde das Getöse, aber wo es herkam, konnte niemand recht sagen, denn der Wind blies die Töne bald hierhin, bald dorthin.

„Ich denk', das ist gar Krieg, uh je, und nun ist mein Horn weg!“ schrie der Nachtwächter Hans Rumps, der nicht gerade zu den klügsten Leuten gehörte, ratlos.

„Unsinn,“ rief der Schulze, „das sind Zigeuner!“

„Ja, sicher sind's Zigeuner,“ meinten alle und blieben stehen, um die Ankömmlinge zu erwarten. Aber niemand ließ sich blicken, die Hunde heulten, und das Getöse hielt an.