»Männer tragen keine, Männer tragen keine.«

»Nun hört doch einer diese dummen Buben an!« schalt Frau Tippelmann erzürnt. »Dabei ist euer eigener Ururgroßvater, der Sternwirt Jakob, der Mann gewesen, der am längsten ein Zöpfle in Breitenwert getragen hat. Den Zöpflewirt haben sie ihn genannt, mein Großvater hat mir noch von ihm erzählt. Fragt nur eure Mutter, die wird's schon wissen. Also nun weiter, damals trugen die Männer noch ihre Zöpfles und – – –«

»Noi, ich glaub's doch net, Männer sind net so dumm!« schrie Mathes, und dabei wurde er vor Zorn so rot wie ein Krebs im heißen Wasser.

»Ich glaub's auch net.« Peter ließ den Bruder nicht im Stich, dessen Glaube war sein Glaube, und Gundel flüsterte und ermahnte vergeblich, sie möchten doch stille sein; die Brüder blieben bei ihrem Widerspruch: »Männer tragen keine Zöpfles.«

»Taten sie doch, es ist wahr,« riefen die Grills, denen die Sache nun auch zu dumm wurde, »wir wissen's genau. Zu dumm, so etwas nicht zu wissen!«

»Wir glauben's doch net,« versicherten die Bübles grantig. »Pah, Zöpfles sind für Mädeles; Männer sind net so affig!«

»Pfui,« schrie Trinle Grill entrüstet, »seid ihr frech! Mädeles sind net affig, wenn sie Zöpfles tragen.« Und zum Zeichen, daß sie sehr stolz auf ihren dicken Zopf war, schwenke sie den wie einen Uhrpendel hin und her. »Zöpfle sind fein, und daß Männer sie getragen haben, weiß ich auch.«

»Wir auch!« wiederholten ihre Brüder noch einmal in kriegerischem Ton.

»Es ist net wahr, net wahr, net wahr!« kreischten die Sternbübles.