»Es wird wieder nichts!« Trinle rief es klagend, »die Sternbübles stören wieder.«

»Noi, wir stören net.«

»Also, ich zähle jetzt bis drei, wer dann nicht still ist, muß hinaus. Eins – zwei –«

Peter nieste so heftig, daß Fräulein Laura beinahe vom Stuhl fiel, aber da Mathes in seiner linken Hosentasche ein Schnupftüchle entdeckte und dem Bruder half, sagte Frau Tippelmann drei, und da war es wirklich still, und sie begann: »Der Silberne Stern ist schon seit etlichen hundert Jahren ein berühmtes Gasthaus, in dem schon manchmal fürstliche Gäste eingekehrt sind. Sternbübles, hebt eure Nasen net so in die Luft, ihr habt noch nichts dazu getan, den Silbernen Stern in guten Ruf zu bringen, im Gegenteil!«

Klapp, senkten die Sternbübles die Köpfe, und Frau Tippelmann fuhr fort: »Es war also um die Zeit, da noch, wie ihr nun wißt, die Männer Zöpfles trugen, als im Silbernen Stern ein sehr, sehr vornehmer Gast erwartet wurde.«

»Ein König!« schrieen die Sternbübles aufgeregt.

»Schnabel halten – ein Herzog war's, nicht mehr und nicht weniger. Aber auch ein Herzog kam nicht alle Tage nach Breitenwert, und unser gutes Städtchen stand beinahe auf dem Kopf vor Aufregung. Wie er wohl aussehen mochte, der Herzog? Viele Tage lang redeten die Breitenwerter nur von dem Herzog, und jeder sagte: Ich muß ihn aber sehen, ich ganz bestimmt! Ihr könnt euch denken, daß dies vor allem die Kinder sagten.«

»Die Mädeles.«

»Die Bübles.«

»Schnabel halten – alle Mädeles und Bübles und Bübles und Mädeles waren neugieriger als sämtliche Elstern im deutschen Vaterland zusammen. Am allerneugierigsten aber waren die – Sternbübles.«