›Die Engel sind lebendig geworden, um einen Unschuldigen zu retten,‹ rief der alte Diener andächtig.
›Noi, noi, Engele sind das da oben net; meine Bübles sind's. Gleich kommt ihr runter!‹
›Wir können net,‹ jammerten die drei da oben, ›Christian hat's Leiterle weggeschleppt.‹
›Eine höchst seltsame Geschichte, hm, hm, ungeheuer merkwürdig!‹ Der Herzog schüttelte erstaunt den Kopf, er konnte es sich gar nicht recht erklären, und er fragte den Sternwirt: ›Sag Er mir doch, warum sitzen seine Kinder dort oben?‹
›Aus lauter Unnützigkeit, allergnädigster, durchlauchtigster Herr Herzog,‹ rief der Sternwirt ärgerlich. ›Wenn sie runter kommen, kriegen sie Haue.‹«
»Noi,« schrieen die lebendigen Sternbübles im tiefsten Mitgefühl mit ihren Urahnen, »die haben doch den Michel gerettet!«
»Das haben sie freilich getan,« sagte Frau Tippelmann, »weil nämlich manchmal eine höhere Macht gütig eine Dummheit in eine Guttat umwandelt. Ich meine aber doch, Haue – – –«
»Noi, noi!« wehrten die Sternbübles aufgeregt, und auch Alette bat: »Lieber nicht!«
»Na, seid nur still, sie haben ja auch an dem Tage keine Haue bekommen, denn der gute Herzog verzieh ihnen ihre Neugier, ihn zu sehen, als er alles erfahren hatte. Ja er schenkte jedem einen schönen, blanken Taler mit seinem Bilde darauf, und Michele bekam als Schmerzensgeld drei. Da wurde der so vergnügt, daß er den Bübles erlaubte, beim Stiefelputzen zu helfen; dies war nämlich in Michels Augen eine ganz besondere Gnade.«
»Und der Spitzbube?« fragte Mathes eifrig, denn der war ihm wichtiger als Michels Stiefel.