»Puh,« flüsterte Trinle, »aber die ist arg schlimm, so ein böses Gesichtle!«

Den beiden andern Damen, die noch jünger waren, mochte das Schelten auch nicht gefallen; sie hatten gar keine rechten Maientaggesichter.

Jetzt kamen sie alle drei so nahe, daß die Kinder auch verstehen konnten, was sie sagten. »Es ist Unsinn,« grollte die alte Dame, »bei dieser Hitze auf ein altes Burg zu gehen; das ist ein deutscher Einfall. Wer weiß, ob das da überhaupt ein echtes altes Burg ist!«

»Wie frech,« tuschelte Trinle dem Bruder zu, »unsere Burg ist doch echt!«

»Na ob!« Veit sah den dreien grollend und feindselig nach. Erstens störten sie das Spiel, und dann war es wirklich empörend, an der Echtheit der Burg zu zweifeln.

Drache, Prinzessin und Page konnten in ihrem Verlies die Fremden nicht sehen, sie hörten nur undeutliches Stimmengewirr, und Steffen brummte zufrieden: »So dumm, wenn sie solchen Lärm machen, hör' ich sie doch kommen!« Er kugelte sich vor dem Eingang zusammen und hielt seine Schachtel Buntfeuer bereit, sein Drachengift. Heisa, er wollte ihnen schon zeigen, daß er ein tüchtiger, feuriger, kampfbereiter Drache war!

»Die gehen rein ins Verliesle,« flüsterte im Gebüsch Trinle aufgeregt. Beide Kinder lagen flach auf dem Bauch und starrten gespannt den Fremden nach.

»Hier scheint ja der Eingang zu sein,« sagte die alte Dame soeben; sie ging als erste vorsichtig die paar Stufen zu dem Verlies hinab. Die andern folgten nicht minder bedachtsam im Gänsemarsch.

»Pffpff, ruruhuuh, schischischih!« fauchte, spuckte und kreischte es ihnen entgegen, und surr! stieg prasselnd ein rotes Flämmchen vor ihnen auf, und etwas Furchtbares erhob sich da in der halben Dämmerung und stürzte auf sie los.

Dreifach tönte gellendes Geschrei: »Hilfe, Hilfe, Hilfe!«