»Ausgerissen, ausgerissen!« sang es ihr Kasperle nach, und Veit führte einen wahren Indianertanz auf. »Ausgerissen, fein, fein!«

»Sie haben dich, hihihihi, für einen richtigen Drachen gehalten!«

»Oder für ein richtiges Teufele.« Trinle tat einen Luftsprung. »Fein, fein!« ächzte sie.

»Für einen richtigen Drachen, mich – und ausgerissen sind sie?« Steffen war überwältigt von diesem Erfolg; kein König hätte in diesem Augenblick stolzer sein können. »Hurra,« jauchzte er, »hurra!«

»Ausgerissen!« Alette Amhag bekam ganz große, runde Augen. Die ganze Sache war so seltsam, so märchenhaft, daß sie zu träumen vermeinte. Dann fiel ihr, der Zaghaften, aber jäh ein, die Ausgerissenen könnten wiederkehren. Was taten sie dann, wer waren sie?« Bebend sagte sie: »Wenn – wenn sie wiederkommen!«

»Ich jage sie wieder weg,« rief Steffen kühn. »Freilich, mein Feuerle ist alle!«

Ob nun ein Drache ohne eine Schachtel Buntfeuer auch so wirksam sein würde, wußten die andern nicht, aber das Zurückkommen der Ausgerissenen erschien ihnen doch wahrscheinlich. Ja, und dann? Sie sahen sich an und kamen etwas bedrückt zu dem Entschluß, nun selbst einmal auszureißen, andersherum nach dem Bachwirtshaus hinab, zu dem ein schmaler, kaum sichtbarer Fußsteig hinabführte. Den breiteren Weg konnten sie nicht wählen, da wären sie vielleicht den Fremden begegnet. Die vier packten also eiligst ihre Sachen zusammen, der Drache nahm seine Haut über den Arm, und dann verließen sie die Burg.

Trinle war es nicht recht; die sagte leichtherzig: »Wir könnten bleiben, sie kommen net wieder.« Aber Alette flüsterte ängstlich: »Ich höre Stimmen.«

Einen Herzschlag lang lauschten alle. Sie brauchten jedoch ihre Ohren nicht allzusehr zu spitzen, die Stimmen wurden immer hörbarer, und Trinle rief selig: »Wir müssen fliehen, himmlisch ist das!«

Auch die andern fanden die Flucht sehr aufregend, und Veit befahl: »Mädeles, ihr geht mit dem Rucksack voran, Kasperle mit; wir zwei sehen erst, wer kommt.«