»Bitte schön, was ist so schrecklich?« fragte da eine Stimme, und vor den Fremden stand dick und behaglich der Gendarm Körble.
»O, Sie kommen zur rechten Zeit,« rief die ältere Dame, »hören Sie nur!« Und aufgeregt, von dem Klagen und Schluchzen der andern unterbrochen, erzählte sie das Abenteuer auf der Burg.
»I noi!« Der gute Gendarm Körble riß Mund und Augen weit auf; so etwas war ihm in seinem Leben noch nie vorgekommen. Er schüttelte bedächtig den Kopf: »Räuberles gibt's hier net und, noi, solche Tierles auch net. Hm, vielleicht war's ein Füchsle?«
»Schreit ein Fuchs, und spuckt ein Fuchs Feuer?« riefen die drei Damen empört.
»Noi, so was tut ein Füchsle eigentlich nie net, das reißt immer aus!« Körble sah ganz bedenklich drein. »Hm, hm!«
»Vielleicht war es ein – ein Gespenst.« Die jüngste der drei Damen flüsterte es zitternd.
»Hm,« brummte der dicke Gendarm, »mein Großmutterle selig hat alleweil erzählt, auf der Burg geistere ein altes Ritterfraule herum, aber doch net am hellen, lichten Tag. Noi, so was gibt's net. Ach, vielleicht war's Kräuterpeterle, der oben sein Pfeifele geraucht hat!«
»Schreit der, spuckt der mal rotes, mal grünes Feuer?« rief die ältere Dame, die immer wütender wurde.
»Noi, gewöhnlich net, der ist ein höflicher Mann.« Körble seufzte, das war doch eine höchst verzwickte Sache; so etwas war in Breitenwert noch gar nicht dagewesen. »Ich will mal nachsehen,« beschloß er endlich.