Damit war das Gespräch über die neuen Nachbarn und August, den Affen, zu Ende, denn Herr Grill sagte, als die Kinder noch einmal davon anfangen wollten: »Seid jetzt still davon. Ich gehe heute spazieren, wer geht mit?«

»Ich!« Vierfach tönte der Ruf, und Veit, Steffen und Trinle versicherten eifrig, sie würden gleich und geschwinde, aber auch ordentlich, wie sich's gehört, die Schularbeiten machen, und sie würden ganz bestimmt zur rechten Zeit fertig sein. Sie zogen sich auch gleich nach dem Mittagessen in das gemeinsame Arbeitszimmer zurück. Kasperles Vorschlag, ihn mitzunehmen, lehnten sie schnöde ab.

Den kränkte das. Er fand nämlich, er störe gar nicht, er erzählte immer die wunderschönen Geschichten, sang ellenlange Lieder und warf nur manchmal ein Buch oder einen Bleistift herab oder einen Stuhl um, er fuhr auch gar nicht oft mit den Fingern in das Tintenfaß. Ein Weilchen versuchte der kleine Schelm sich den Einlaß zu ertrotzen, er klopfte und schrie an der Türe, aber da kam die Mutter, schalt und sagte, er müsse Ruhe halten. So zog Kasperle tief betrübt auf die Gasse; die war den Kindern allen der liebste Spielplatz. Kasperle dachte an den Affen August; er hatte am Morgen den Einzug nicht gesehen, nur davon erzählen hören, und er war sehr neugierig auf die neue Nachbarschaft. Als er vor die Türe trat, war auf und ab niemand zu erblicken, nur drüben stand Herr Häferlein vor seinem Laden, und mit einem Jubelruf schoß Kasperle auf den zu. Herr Häferlein war sehr nett; er verschenkte manchmal rote, grüne oder gelbe Zuckerstengel, auch Rosinen oder Mandeln, und wenn niemand im Laden war, unterhielt er sich auch gern mit Kasperle.

»Herr Häferlein,« schrie der Kleine schon von jenseits, »guten Tag! Gelt du freust dich aber arg, daß das Äffle Augustle heißt?«

»Fällt mir gar nicht ein!« brummte Herr Häferlein. »Das ist sehr dumm, einem unvernünftigen Tier so einen schönen Namen zu geben.«

»Aber Herr Baldan hat doch gesagt, für dich tät's passen!« rief Kasperle, erstaunt über das verdrießliche Gesicht des Kaufmanns.

»Was tät passen?« fragte er schnell.

»Daß du mit dem Äffle einen Namen hast.« Kasperle stellte sich breitbeinig und vergnügt vor Herrn Häferlein hin; er meinte, der müßte sich ganz ungemein freuen.

Statt zu lachen, rief Herr Häferlein aber wütend: »Wer sagt das? Herr Baldan?«

Kasperle nickte froh. »Ja, der meint, für dich tät's passen; er ist aber arg bös!«