Veit und Steffen hatten unterdessen den schläfrigen Fritz aufgesucht, der noch im Bette lag, denn für ihn war schlafen die schönste Feiertagsfreude. Die Buben weckten ihn, redeten sehr eifrig mit ihm, und der sagte: »Ja, ja, heute nachmittag geht es schon, da merkt es niemand.«

Als am Nachmittag Alette mit ihrem Vater in die Linde kam, stürzte ihr Trinle gleich entgegen und tuschelte: »Sie sind alle im Räuberschlößle, es gibt eine Überraschung.«

Im Räuberschlößle wurde Alette ins Geheimnis gezogen, und während die Erwachsenen zusammensaßen, gingen die Kinder alle auf das Gäßle, um dort zu spielen. Die Sternkinder kamen auch, aber merkwürdig, schließlich war doch niemand zu sehen. Herr Häferlein und Fräulein Laura waren zusammen spazierengegangen, und so hörte niemand, wie es in dem Laden mitunter rumpelte und klopfte, poch, poch, poch! Dann polterte etwas, innen sagte jemand: »Ich roll das Fäßle her, dann kann ich aufsteigen.« Irgend jemand kicherte unaufhörlich, jemand schrie: »Prachtvoll wird's! Herr Häferlein wird staunen …« – »Der freut sich gräßlich,« behauptete ein anderer Jemand. Dann ging es wieder poch, poch, poch, es klirrte und kollerte, irgendwo wurde eine Türe zugeklappt, ein Schlüssel rasselte, und danach wurde es still. Ein Weilchen später erschienen alle Kinder im Grillschen Garten, und Frau Grill sagte erstaunt: »Ihr seht ja so erhitzt aus, was habt ihr denn gemacht?«

»Was Feines,« antworteten allesamt, und Trinle, die kleine Schwatzsuse, flüsterte noch: »Herr Häferlein wird sich freuen.« Aber dies hörte die Mutter glücklicherweise nicht mehr.

Am nächsten Morgen besuchte Herr Baldan Herrn Häferlein, just als der gehen wollte, seinen Laden aufzuschließen. Es war nach der Kirche, und Herr Baldan, der noch etwas Zeit hatte, sagte: »Ich gehe mit hinüber in den Laden.«

Der Kaufmann schloß die Hintertüre auf, und die Freunde betraten den halbdunklen Raum. Sie gingen ein paar Schritte vorwärts, da glitschte Herr Baldan auf einmal aus.

»Na, na,« rief er, »was ist denn das auf dem Boden?«

»Ich weiß nicht,« murmelte Herr Häferlein, »o je!« Er glitschte auch aus, verlor den Halt und fiel um, fiel in etwas Feuchtes, Klebriges hinein. »Sirup,« schrie er, »Baldan, das Sirupfaß ist ausgelaufen!«

»Ich merk's,« stöhnte Herr Baldan, denn der lag auch auf dem Boden, und er war gerade mit der Nase in eine dicke, süße Tunke gefallen. »Pfui Teufel,« schimpfte er, »das ist ja gräßlich! Pff, pff, brrr, wie das schmeckt!«

»Eine dumme Sache, hol's der Kuckuck!« ächzte Herr Häferlein, der sich mühsam erhob. Er versuchte die Ladentüre zu erreichen, da stolperte er über ein Faß, hielt sich an irgend etwas an und schrie: »Potzwetter, was ist denn das – Blumen?«