Aber Alette flehte: »Sag's doch, bitte, bitte!«

»Sie hat gesagt: Eine Gans wird kein Schwan, und wenn sie den Hals noch so lang macht!«

Alette lachte. »Laura,« rief sie fröhlich, »damit hat sie dich doch gewiß nicht gemeint!«

»Na, wen denn sonst?« murrte Laura. »Eine dumme Mode ist das, immer mit einem Sprichwort zu antworten.«

»Weißt du, Laura,« sagte Alette nachdenklich, »mein Großvater hat immer erzählt, seine Mutter hätte auch so viele Sprichwörter gewußt; vielleicht weiß Frau Tippelmann sie daher.«

»Schnickschnack,« rief Laura, »was hat Frau Tippelmann mit deiner Urgroßmutter zu tun? Eine alberne Mode ist das für heutige Tage, für Urgroßmütter mag das gepaßt haben; ich ziehe mir doch aber auch nicht mehr solche Kleider an wie die von Anno dazumal, also brauche ich auch nicht so zu reden.« Sie ging an die Türe, und weil es sehr zu ihrem Ärger keine Klingeln im Hause gab, rief sie laut und gebieterisch in das Treppenhaus hinab: »Frau Tippelmann, Alette will ihre Schokolade, aber schnell!«

»Das geht nicht so schnell wie 's Heftelmachen,« rief Frau Tippelmann zurück. »Mit Geduld und Zeit wird 's Maulbeerblatt zum Atlaskleid.«

»Schon wieder eins,« schalt Laura, »und darüber wird es mit dem Frühstück wohl dauern bis zum nächsten Neumond.«

So lange brauchte Alette nun aber nicht zu warten. Frau Tippelmann kam bald und berichtete, sie hätte im Speisezimmer alles angerichtet. Sie hatte es, so gut sie es wußte, getan; der Frühstückstisch sah sauber und nett aus, aber Laura, der noch der Ärger im Herzen saß, rümpfte doch die Nase und sagte spöttisch: »Wir sind's freilich anders gewöhnt!«