»Kommt ihr mal mit!«

Die Sternbuben brachen in ein wildes Geheul aus, und jäh verstummte darüber aller andere Lärm auf der Gasse.

»Die Sternbübles!« wisperte und raunte es da und dort, und ein paar Stimmen wurden laut: »Mir hat's Mathes gesagt, mir Peterle!«

»Hab' ich mir gleich gedacht.« Herr Häferlein schleppte die beiden vor seine Ladentüre, und sein Gehilfe, der auf die Sternbuben auch nicht gut zu sprechen war, half beim Festhalten. »Die sind's wohl gewesen?« fragte er.

»Werden wir gleich wissen.« Herr Häferlein sah die beiden drohend an, und der Schutzmann sah sie noch drohender an, und beide fragten in einem fürchterlich strengen Ton: »Habt ihr es gesagt, daß hier heute ein Affe gezeigt wird?«

»Nn« – Peter druckste, aber Mathes stieß ihn an, da schwieg er.

Die Sternbuben waren nämlich ein paar heillose, unnütze Wildlinge, aber eins taten sie nicht, sie logen nicht. Sie gingen wohl manchmal der Wahrheit etwas aus dem Wege, aber eine richtige Lüge sagten sie nicht. Sie senkten schuldbewußt die Köpfe, und im Kreise ringsum flüsterte und raunte es: »Die kriegen Haue, na, das wird schlimm!«

Herr Häferlein machte ein sehr freundliches Gesicht; er sagte: »Kommt einmal mit hinein, ihr könnt mal meinen netten Stock ansehen.«

»Nein, nein, huhuhu!« Die Bübles schrieen immer lauter vor Angst. Sie schielten nach rechts, sie schielten nach links, – kein Ausweg. Sie mochten es wohl merken, ihre gefoppten Schulkameraden waren nicht bereit, ihnen zu helfen. Ach, und so schlau hatten sie den Spaß, dafür hielten sie es nämlich, eingeleitet! Sie hatten immer nur zu einem heimlich von dem Affen in Herrn Häferleins Laden gesprochen und immer gesagt: »Darfst zu niemand davon sprechen.« Natürlich hatte es geschwind jeder weiter erzählt, aber daß so viele, viele herbeigelaufen waren, wunderte die Sternbuben selbst. Die halbe Breitenwerter Jugend stand in der Gasse, und vor allen sagte Herr Häferlein so gräßliche Sachen. Die beiden heulten zum Steinerbarmen, und Alette Amhag, die grenzenlos verwundert und recht ängstlich dem Spektakel auf der Gasse zugeschaut hatte, fühlte tiefes Mitleid mit den ihr fremden Buben.