Schnupperle begrüßt den Gast etwas seltsam, und Steffen schlägt vor, in das Räuberschlößle zu gehen. Die Kinder erleben dort wundersame Abenteuer. Herr Baldan spricht mit Herrn Häferlein, und Herr Häferlein ist nicht zu sehen. Trinle Grill sagt, um ein gutes Kleidle muß man sich grämen. Laura erscheint, muß aber flüchten; sie wird böse und und wird wieder gut und lädt zu Schokolade und Kuchen ein.

»Nun bist du endlich bei uns,« rief Trinle Grill, als Alette den Hausflur betreten hatte.

»Ja, endlich,« rief Kasperle. Sie taten, als hätten sie mitsammen schon zehn Jahre auf Alettes Besuch gewartet. Und just als wäre sie schon seit zehn Jahren mit den Grills in Freundschaft verbunden, so heimatlich, traulich, so zu Hause fühlte sich Alette Amhag gleich in der Linde. Sie saß unter den andern am Familientisch und vergaß darüber allen Gassenlärm, und sie lachte so herzhaft, wie sie noch wenig gelacht hatte. Alles gefiel ihr, und selbst den Bauchwehtröpflegeruch fand sie lieblich, und das Honigbrot schmeckte ihr wie selten etwas.

Nach der Schmauserei mußte sie das Haus sehen. Die Buben fanden dies zwar überflüssig, aber Trinle entschied: »Sie muß doch wissen, wie's bei uns ist!« Das war richtig, und alle fünf zogen sie treppauf, treppab. In alle Stuben und Kammern schauten sie hinein, auch in die, in denen eigentlich nichts zu sehen war. Ein paarmal verlangten die Buben: »Mach Schluß!« Aber immer behauptete Alette: »Es gefällt mir.« Und es gefiel ihr auch wirklich. Es war nämlich, als säße sie auf einmal mitten drin in einer Geschichte ihres Großvaters. Breitenwert und das Löwengäßle waren dem über alles gegangen, und die Linde stimmte viel mehr in seine Erzählungen hinein als die Rose. Drüben war der Hausrat neu, alles war still und kühl, aber hier war es so, wie es der Großvater geschildert hatte.

Doch die Buben sagten endlich: »Nun ist's genug, jetzt gehen wir in den Kaninchenstall und dann ins Räuberschlößle; da wirst du staunen, das ist am feinsten!«

»Geht net, das darf sie net,« rief Trinle plötzlich.

»Hoho, Trinle, rappelt's bei dir, warum net?« riefen Veit und Steffen entrüstet. »In unsern Kaninchenstall kann man einen König führen, warum nicht Alette?«

Trinle schüttelte ihren Kopf, als wäre der ein Apfelbaum. »Geht net, ihr Kleidle ist zu fein.«

Die Buben schauten betroffen das Kleid von oben bis unten an, liefen um ihren Gast rund herum und sagten schließlich beide kleinlaut: »Seide ist's.«