Und auf einmal fühlte Alette, wie die Blicke der vier Geschwister staunend, ja ein wenig fremd und scheu auf ihr ruhten, und es war ihr, als trenne sie das schöne Kleid wieder von den neuen Freunden. Sie schluchzte auf und klagte. »Das dumme Kleid, ach, und ich will doch so gern in den Kaninchenstall, so furchtbar gern!«
Der Wunsch war den Geschwistern begreiflich, aber das Kleid war doch bedenklich. Sie selbst wurden gehalten, ihre Sachen gut zu schonen, und Feiertagskleider paßten nicht für alle Spiele.
»Ich hab' doch noch so viele seidene Kleider!« jammerte Alette Amhag. Sie tat dies in einem Ton, als verkünde sie, sie sei arm wie eine Kirchenmaus.
»Viele?« rief Steffen. »Oh, wenn du noch viele hast, kannst du mit!«
Aber Trinle forschte erst vorsichtig: »Sag mal, wie viele, und trägst du oft alltags so feine Kleidle?«
»Ja,« flüsterte Alette bedrückt, »ich habe drei Koffer voll.«
Da war auch Trinle beruhigt, und alle vier führten ihren Gast in den Kaninchenstall, der in einem Hofwinkel lag, und in dem nicht allein Kaninchen, sondern auch eine weiße Ziege wohnte. Die gehörte Veit zu eigen, aber die andern taten meist, als gehöre ihnen die Ziege ebenfalls, womit Veit nicht immer einverstanden war. Er war von ihrer Klugheit und Schönheit entzückt und erzählte Alette gleich: »Sie ist furchtbar klug; wenn man sie was fragt, antwortet sie. Paß mal auf!« Er schrie die Ziege laut an: »Schnupperle, hast du Hunger?«
»Mmmäh!« machte die schläfrig.
»Siehst du, sie hat geantwortet!« erklärte der Eigentümer triumphierend.
»Was denn?« fragte Alette verdutzt